Neueröffnung !!! Dringend gesucht werden: Davina,Stefan, Alaric,Rebekah, Elijah und viele mehr!
#1

Parkplatz

in Einzelene Themen 19.02.2016 16:29
von Jenna Sommers (gelöscht)
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#2

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 19.04.2016 16:19
von Gelöschtes Mitglied
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Pilot

Als er aufwachte, spürte er in den ersten Sekunden nichts. Seine Augen öffneten sich müßig. Sofort kniff er sie zusammen, überfordert von grellem Licht. Sein Mundraum war trocken, der Geschmack von Galle seine Kehle brennen lassend. Ihm war so kalt, dass sein Körper unkontrolliert zu zittern begann. Er wollte sich aufrichten, aber sein Kopf fühlte sich an, als hätten ihn tausende Nadeln durchstochen. Er hörte ein lautes, schnelles maschinelles Piepen. Eine Krankenschwester stürmte in das sterile Zimmer, genauso überfordert von der Situation wie er selbst. Er legte eine Hand vor seine Stirn, blinzelte, bis er den Raum erfassen konnte. Sein Blick wanderte zu der Frau im minzgrünen Kittel. Sie füllte eine kleine Spritze mit durchsichtiger Flüssigkeit ab, beäugte konzentriert die Apparatur, bevor sie das Werkzeug hektisch ablegte und ihre Haare richtete. Sich seinen brummenden Kopf haltend, stand Kai langsam auf, wankend auf die junge Blondine zulaufend, sich einen Moment lang fragend, ob sie echt war, wirklich existierte. Nadeln durchstachen seinen Körper. Ruckartig entfernte er sie, um nicht mehr an das unbequeme Bett gebunden zu sein und stolperte auf die junge Frau zu.

“Wo bin ich”, raunte er, seine Stimme heiser, der Schwindel ihm seine Sinne raubend. “Sind Sie echt?”, fragte er dann, stammelte die Worte. Eine komische Flüssigkeit erwärmte seine Augen und Wangen, ließ seine Sicht verschwimmen. War es Blut?

“Legen Sie sich bitte wieder hin, unser Chefarzt wird in wenigen Minuten hier sein und sich um Sie kümmern” Die Krankenschwester wurde gar hysterisch, als er sie an ihren Oberarmen packte, wahrscheinlich hatte sie dem Job noch nicht lange nachgehen müssen, sonst wäre sie nicht überrascht, dass nicht alle Patienten in ihren Betten Däumchen drehten.
“Sie haben sehr viel Blut verloren, Sir. Bitte tun Sie mir den Gefallen und legen Sie sich wieder hin. Ich habe hier eine Spritze, die Sie beruhigen wird."
“Ein Schlafmittel?” Er lachte, als seine eisigen, blassen Hände ihre sonnengebräunte Haut spürten. Echte Haut. Bildete er sich das nur ein oder spürte er ihren Lebenssaft durch ihre Arterien pulsieren? Stürmisch packte er die Spritze und drückte sie der Frau in den Hals. Obwohl sie noch einige Sekunden zappelte und laut um Hilfe schrie, wurden ihre Lider nach wenigen Momenten schwer. Schließlich sank sie leblos zu Boden. Auf der anderen Seite des kleinen Einzelzimmers befand sich ein großer Spiegel. Mit wackeligen Schritten bewegte Kai sich auf ihn zu, betrachtete sich näher.

Er sah älter aus, irgendwie müder, abgearbeiteter, aber in keinster Weise weiser. Seine kindlichen Rundungen waren zwar kantiger geworden und sein Gesicht hatte mehr Definition, aber sein zart ausgeprägter, rationaler Verstand hing an einem schmalen, roten Faden, drohte bald zu reißen. Man sah es ihm an. Wahnsinn konnte man nicht verstecken. Seine ehemals hellblauen Augen wurden mit jedem Tag grüner und dunkler. Er war größer, seine Schultern breiter und auch seine Haare waren gewachsen, nur die eine lästige Strähne fiel ihm noch immer ins Gesicht, über sein linkes Auge. Schrammen zierten seine Wangen. Vorsichtig hob er seine Hände, um eine rötliche Stelle in seinem Gesicht zu berühren. Doch sobald er seine Haut berührte, entkam ihm ein gellender Schrei, den man wahrscheinlich noch in den Nachbarzimmern gehört hätte, hätte er seine freie Hand nicht rechtzeitig auf den Mund gelegt, um den Laut zu dämpfen. Verstört blickte er zurück zu seinem Spiegelbild, das im gleichen Zeitpunkt seinen Blick kreuzte, ihn beobachtete. Genau als Kai seinen Finger federleicht an die blauen und roten Schandflecke legte, legte auch seine Reflexion seinen Finger an dieselben Stellen und inspizierte sie. Er bemerkte bald, dass kein Blut seinen Körper hinunterfloss, sondern nur, wie kleine Kristalle glänzende, Wassertropfen.

Plötzlich wurde die Tür zum Krankenzimmer aufgetreten, zwei Männer in weißen Kitteln traten ein, hinter ihnen fünf weitere Menschen. Der Siphoner starrte ihnen stumm entgegen, verwirrt, dass er nach über 15 Jahren in Einsamkeit plötzlich so viele Gesichter zu sehen auf einmal bekam. Als sie den Raum fieberhaft begannen abzusuchen und der ohnmächtigen Krankenschwester zur Hilfe eilten, bemerkten die Angestellten des Krankenhauses gar nicht, dass sich die Tür hinter ihnen langsam öffnete und wieder ins Schloss fiel.

Auf dem Gang traf Kai auf einen Mann mittleren Alters, der wütend auf eine Kaffeemaschine einhämmerte. “Kann ich Ihnen behilflich sein?” Nur ein rauchiges Wispern in einem leeren Gang. Verwirrt drehte sich der Mann in die Richtung der Stimme, bevor er sich plötzlich vorbeugte und vor Schmerzen den Kopf haltend, in die Knie fiel. Kai zog ihn mit letzter Kraft in eine nahegelegene Abstellkammer, zog ihm grob Jeans und Shirt aus und warf sie sich selbst über, bevor er weiter kopflos durch die langen Flure schwankend, zum Vorderausgang fand.

@Elena Gilbert

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#3

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 19.04.2016 19:34
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Nachdem die junge Brünette aufgestanden war und sich zurecht gemacht hatte, begab sie sich schließlich durch die Straßen von Mystic Falls, ehe sie am Krankenhaus ankam, wo sie am heutigen Tage einen Einblick in das Leben im Krankenhaus bekommen sollte. Denn Elena überlegte schon einige Zeit ein Medizinstudium an der Whitemore zu beginnen und das Praktikum im nahegelegenen Krankenhaus zu absolvieren. Daher war sie schon sehr gespannt auf den heutigen Tag. Auch wenn die Dunkelhaarige nicht wusste, wo das Ganze sie hinführen würde. Sie interessierte sich nun einmal dafür, kranken Menschen zu helfen oder Ihnen gar das Leben zu retten. Noch immer durch die Straßen laufend, gelangte sie letztlich am Parkplatz des Krankenhausen an, wo sie überrascht einen doch ziemlich torkelten Mann über den Weg lief. Schnell eilte Elena zu diesem Mann und legte ihre Hand auf seine Schulter, ehe sie letzten Endes ihre Stimme fand und das Wort an ihn richtete. "Hallo, kann ich Ihnen helfen. Sie scheinen mir doch sehr angeschlagen. Sin sie sicher, dass sie das Krankenhaus verlassen wollen?" kam es fragend über ihre schönen wohlgeformten Lippen, bevor sie abermals das Wort ergriff. "Ich kann mir eigentlich nur schwer vorstellen, dass man sie wahrhaftig entlassen hat. Lassen Sie mich Ihnen helfen." fügte sie nun besorgt mit an und sah den Fremden mit einem sanftmütigen Lächeln auf den Lippen an, während sie noch immer ihre Hand auf seiner Schulter zu liegen hatte und hoffte, den Fremden zur Vernunft zu bringen. Denn es war sicherlich nicht Risikofrei ihn einfach von dannen ziehen zu lassen. Nochmals schluckte die Brünette, ihren Blick noch immer fragend und hilfsbereit auf den Fremden gerichtet, während ein warmer Windzug zu spüren war. °Was ihm bloß wiederfahren war?° holte sie fragend ihre Gedanken ein, als sie sich nun doch vor ihm hinstellte, um ihn aufzuhalten. "Kommen Sie mit, Sie sind viel zu schwach." raunte sie ihm entgegen und ihr Blick wurde freundlicher, dennoch sehr besorgt um den Fremden, denn seit dem Tod ihrer Eltern war die junge Frau doch übervorsichtig, da sie sich noch immer die Schuld an dem Unfall gab, welcher ihren Eltern wiederfahren war. Denn auch ihr Bruder ließ sie in dem Glauben, weil er einfach Niemanden mehr an sich ran ließ. Elena schämte sich dafür und hatte weiß Gott schon genug Schuldgefühle in sich, als dass sie die Vorwürfe ihres Bruders noch länger hätte sich anhören wollen und so versuchte sie keinen Fehler mehr zu machen und stets den Leuten zu helfen und so sah sie dem jungen Mann nochmals in die Augen. "Seien Sie vernünftig, sie kommen keine 100 Meter weit mehr." hauchte sie ihm noch fürsorglich und zugleich ängstlich entgegen, weshalb sie dann jedoch die Stille einkehren ließ und auf dessen Antwort wartete.

@Kai Parker

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#4

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 20.04.2016 02:03
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter X


Mit hölzernen Fingern griff Kai in seine Hosentaschen, suchte hastig nach der Spritze, die er
der Krankenschwester in den Hals gejagt hatte. Es war schwer, jetzt klare Gedanken zu
fassen. Alles schien so langsam, als würden die Sekunden sich nur mit Mühe dahinschleppen,
im Takt mit seiner tiefen, ruhigen Atmung. Aufgewühlt stellte er fest, dass er sie dort liegen
lassen haben musste. Seine Knie und Finger zitterten so stark, dass es mehrmals den
Anschein hatte, er würde zusammenbrechen, als würden seine Beine ihn bald nicht mehr
halten können. Der Verhüllungszauber hatte ihm den Rest gegeben, Kai war kurz davor
wegzuklappen. Seine Haare fühlten sich fettig an, der Gallegeschmack in seinem
Rachen war so widerwertig, dass er vor Ekel zu schlottern begann. Innerlich fuhr er in sich
zusammen, als ein Mädchen auf ihn aufmerksam wurde. All die Geräusche ließen seinen Kopf
vor Schmerzen fast explodieren. Kai konnte Fahrzeuge hinter ihm hupen hören. Lahm
bewegte er sich vorwärts, seine verschwommene Sicht nahm einige Farben wahr. Grün, grau
und etwas blau. Auf den Bürgersteig stolpernd, trug er seinen schweren Körper in Richtung
eines alten Stromkastens, vollgeklebt mit Webung für Zahnpasta und Konzertankündigungen
von Katy Perry.

“Wer zur Hölle ist Katy Perry?” Hatte er es laut ausgesprochen oder hallten
nur seine Gedanken ein quälendes Pochen durch seine empfindlichen Ohren? Kai erreichte
das alte Gerät nur mühevoll, stützte sich müde auf der kalten, metallischen Oberfläche ab.
Kurze Zeit war es endlich still, bis er missmutig feststellte, dass sein schneller Herzschlag nicht
ein Pochen in seiner Brust, sondern sich als Schritte neben ihm auf dem Gehweg
herausstellten. Ein brünettes Mädchen eilte alarmiert auf ihn zu. Das hatte gerade noch
gefehlt. “Mir geht es gut”, murmelte er, fuhr sich mit fahrigen Fingern durch seinen zerzausten
schwarzen Schopf. Kai glaubte zu spüren wie sich Augenringe tief in sein Fleisch bohrten. “Ich
wurde entlassen. Siehst du?”


Schlapp versuchte er mit einer Handbewegung auf seine
Klamotten hinzuweisen - vergeblich. Sein Magen verkrampfte sich schlagartig, Kai war kurz
davor die gesamte Straße vollzukotzen, wenn er sich nicht sofort hinsetzte. Als sie ihn
versuchte zu überzeugen mit ihr zurück ins Krankenhaus zu kommen, schüttelte er energisch
den Kopf, nervös um sich blickend. Seine Sicht wurde langsam klarer, der Nebel in seinem
Verstand begann sich etwas zu lichten, dass er einige Meter weiter eine Bank ausmachen
konnte. “Ich muss mich nur hinsetzen” Er keuchte, als er sich vom Stromkasten abzustoßen
versuchte, das Gleichgewicht allein auf den Beinen zu halten, härter als er erwartet hatte.
Schleppend schleiften seine nackten Füße über den Asphalt, bis er sich nach einer gefühlten
Ewigkeit schließlich in die Bank fallen ließ. Auf den besorgten Blick des Mädchens hin,
versuchte er sich an seinem altbekannten Charme, brachte ein spitzbübisches Lächeln auf
seine blassen Lippen. In Filmen mussten Patienten immer drei Fragen beantworten: Wie sie
hießen, wie alt sie waren und wer der derzeitige Präsident der Vereinigten Staaten war. Er
räusperte sich. Showtime Kai, redete sich der Siphoner beruhigend ein, bevor er sich
versuchte zu erinnern. “Ich heiße Kai Parker”, begann er. “Ich bin 22 Jahre alt und Bill Clinton
ist seit ungefähr einem halben Jahr Präsident”
Neben seinem halbtoten Antlitz erschien sein
selbstgerechtes Grinsen unglaublich unpassend. Kai hatte zurzeit Schwierigkeiten mit Logik zu
kooperieren.

@Elena Gilbert

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#5

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 20.04.2016 14:15
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Elena blickte noch immer auf den jungen Mann, welcher ihr doch ernsthaft versuchte weiß zu machen, dass er entlassen wurde. Sie rollte leicht die Augen, als sie auf seine nackten Füße blickte und kurz darauf wieder seine Stimme wahrnehmen konnte. Ohne lange zu überlegen, griff sie ihn unter die Arme und begleitete ihn zur Bank, denn für ihr schien er alles andere als gesund zu sein, weshalb sie sich neben ihm sinken ließ und zu mit einfühlsamen Blick zu ihm sah. "Bitte seien sie vernünftig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sie mit nackten Füßen und leichter Bekleidung wirklich entlassen hat. Sie scheinen wackelig auf den Beinen und ziemlich schwach. Nicht zu erwähnen, dass ihr Blick auch nicht der klarste zu sein scheint." sprach sie ehrlich zu dem jungen Mann, welcher sich dann ebenso wieder versuchte zu erklären. Ihren Blick noch immer auf ihm ruhend, verfolgte sie seine nächsten Worte, ehe sie den Kopf schüttelte und ihm dennoch die Hand reichte. "Freut mich, sie kennenzulernen Kai. Ich bin Elena Gilbert." stellte sie sich nun auch kurz darauf vor, in der Hoffnung ein wenig sein Vertrauen fassen zu können, dies schien jedoch schwerer als gedacht. Klar, er versuchte ein charmantes Lächeln auf seine Lippen zu zaubern und sehr überzeugend rüber zu kommen, doch die Brünette durchschaute den attraktiven Mann und grinste nur. Ehe sie ihre Hand wieder auf seiner Schulter verweilen ließ und mi der anderen Hand nach seiner Hand griff. "Glaube mir, ich will dir echt nichts böses. Ich selbst bin 18 Jahre jung und ich sehe, dass es dir nicht gut geht." fügte sie ehrlich mit an und hielt für einen Moment nochmals inne, bevor sie kopfschüttelnd und mit einem leichten Kichern wieder zu ihm sah, den Präsidenten jedoch erst einmal dahin gestellt ließ. "Du, mir geht es nicht um berüchtigte Fragen, die man vielleicht in Filmen zu beantworten hat, um einem klar zu machen, dass es einem gut geht. Sondern darum, dass sie wirklich blass aussehen und ich kann mir daher auch nicht vorstellen, dass es dir wirklich gut geht." sprach Elena nun ehrlich und aufrichtig zu dem jetzt nicht mehr ganz so Fremden, dennoch aber auch nicht ein gut Bekannter, weshalb sie abermals ein wenig die Ruhe einkehren ließ und ihren Blick weiterhin auf ihn richtete. °Niemals wurde er entlassen.° dachte sie sich und die Sorge stand in ihren Augen geschrieben, weil sie ihm wieder bevormunden wollte noch sonst etwas, aber abermals appellierte sie an den jungen Mann. "So lassen sie sich doch helfen, ich möchte nicht, dass sie vielleicht in einigen Momenten zusammen klappen. Lassen sie sich wenigstens noch einmal durchchecken." sagte sie einfühlsam und noch immer mit sehr besorgter Stimme um den Fremden, denn sie konnte nicht nachvollziehen, warum er so abweisend ihr gegenüber war. "Ich habe vor nicht allzu langer Zeit meine Eltern verloren und nun ja, ich möchte Medizin studieren, weshalb ich mir wahrlich Sorgen um sie mache. Kommen Sie, ich muss gleich mein Praktikum im Krankenhaus anfangen und ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn sie sich wenigstens noch einmal untersuchen lassen, bevor sie weiter von dannen ziehen." folgten weitere gefühlvolle und besorgte Worte über ihre Lippen, während ihr Blick noch immer auf dem seinen ruhte. Erwartend schaute die Brünette nun zu dem jungen Mann, welcher noch immer sehr schwach zu sein schien und sie konnte nicht nachvollziehen, warum Menschen sich nicht helfen lassen wollten, weshalb sie noch immer verstummt zu Kai sah, welcher einige Zeit später hoffentlich auf ihre Worte hin reagieren würde.

@Kai Parker

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#6

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 20.04.2016 16:21
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter XY


Mit einem Augenrollen beugte Kai sich vor, die zittrigen Hände unter seinen Kniekehlen versteckend. Sein Blick wanderte zu seinen nackten Füßen, bevor er bärbeißig sein schemenhaftes Gesicht abwandte, ähnlich einem eingeschnappten Kind. Er sah schrecklich aus, das wusste er auch. Das dünne beige Hemd unterstrich die blassgrüne Farbe auf seinen Wangen, die Kruste toter, abfleddender Haut auf seinen bläulichen Lippen der Akzentuierung eines Gesamtpakets dienend, das wahrlich ‘Ich habe einen Flugzeugabsturz überlebt’ schrie. Seine Sicht war wirklich verschwommen, Objekte verflossen miteinander, sogar das Gesicht der Brünette verschwamm zu einer einzigen Spirale, drehte sich im Uhrzeigersinn, bis ihm schwummrig wurde. Sonnenlicht schien durch die Blätter der Ahornbäume hindurch, blendete Kai und ließ ihn abermals die Augen zusammenkneifen. So viel Leben auf einmal, überall Geräusche. In der Zwischenwelt hatte er sogar Vogelzwitschern auf Kassetten abspielen müssen, um einen üblichen Frühlingsmorgen nachzustellen. Hier hatte er gleich alles auf einmal: Autos, Bauarbeiter, Vögel, Bauarbeiter und Notrufsignale.

Er hob müßig einen Finger und stöhnte, als durch die leichte Bewegung ein neues Schwindelgefühl einsetzte. “Es gibt ein klitzekleines Problem, was du übersiehst, Elena Gilbert”, knurrte er, seine geisterhafte Erscheinung benommen auf der harten Parkbank vor und zurückschaukelnd. Wie auf ein Stichwort vernahm Kai weitab Sirenen. Er hätte sich denken können, dass die Polizei sofort nach seinem Ausbruch benachrichtigt worden war. Immerhin hatte Kai zwei Personen außer Gefecht gesetzt. Außerdem mussten sich in der Eingangshalle Security Kameras befinden. Und würde man den Aufzeichnungen glauben, befand er sich noch immer im Krankenhaus, versteckt in irgendeiner Abstellkammer, willkürlich verschanzt. Der schrille Alarm kam näher, Kai konnte regelrecht spüren wie seine Trommelfelle bei den ohrenzerreißenden Geräuschen bersteten. “Ich hab eben” Er zeigte lasch mit seinem Daumen hinter sich in Richtung Krankenhaus. “Eine Krankenschwester und sonen komischen Kerl im Flur der Notaufnahme umgenietet.” Er lachte hysterisch, in seinen Augenwinkeln sammelte sich wieder prekäre, warme Flüssigkeit. Weitere Tränen strömten seine Wangen hinunter, bevor er sich rammdösig zu dem Mädchen drehte. “Die werden das Ding” Er nickte kurz zum Gebäude, sein unschuldiges Grinsen verwandelte sich zu einem manischen Grienen und sein ermatteter Blick wich einem Wahnsinnigen. “unter Quarantäne stellen. Klar, Notaufnahme geht immer, aber ich kann dir versichern, dass ich dort - nach dieser Aktion - nicht mit offenen Armen empfangen werde” Er schluckte. Es war echt hart sich zu artikulieren, wenn die Drüsen keine Spucke produzierten, der Mund durchgängig staubtrocken blieb. “Und dein Praktikum kannst du dir auch abschminken. Die werden dich da nicht reinlassen, einfach zu deiner eigenen Sicherheit. Nicht, dass du noch dem Wahnsinnigen begegnest, der dort drinnen so viel Unheil angerichtet hat”

Eine dreckige Grimasse schmierte in knallroten Großbuchstaben das Wort ‘Gefahr’ auf sein Gesicht, doch er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ehrlichkeit zeichnete sich immerhin aus, hatte ihm seine Zwillingsschwester Josie früher immer gesagt. Nun denn, die Fremde hatte er in den letzten wenigen Sekunden mit einem ganzen Eimer Ehrlichkeit überschüttet. Drei Streifenwägen kamen vor der Einrichtung zum Stehen, acht Polizisten und Polizistinnen daraus mit gezogenen Waffen und Walkie Talkies herausstürmend. “Glaube mir, Elena”, lachte er, keuchend einen Hustenanfall unterdrückend. “Ich will dir echt nichts Böses.” Er räusperte sich. “Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dort nicht nochmal rein will. Und das mit deinen Eltern tut mir wirklich leid. Folge deinen Träumen. Du wirst sicher eine super Ärztin sein! ”

@Elena Gilbert

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#7

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 20.04.2016 17:29
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Als Kai Das Wort an sie wandte, wurde sie hellhörig und schluckte schwer, während seine Stimme durch ihre Ohren hallte. "Das kleine Problem ist vielleicht eher ein großes?" kam es fragend und voller Neugierde über ihre Lippen, während ihr Blick dennoch sanftmütig wurde und Kai weitere Worte an die junge Frau richtete. "Das könnte wahrlich ein Problem sein, aber hier kannst du auch nicht bleiben, du musst behandelt werden." fügte sie dennoch mit an und verstummte wieder, als der junge Mann abermals das Wort an sie richtete. "Wer soll dir dann helfen? Du brauchst Hilfe und da ist das Krankenhaus nun einmal der beste Ort." kam mit einem Nachdruck weitere Worte über ihre Lippen, ehe sie doch schwer schluckte. Denn der Mann war durchaus ehrlich ihr gegenüber und ihr fiel es nicht leicht, doch wenn sie eine gute Ärztin werden wollte, so musste sie auch mit solchen Leuten klar kommen und so schluckte Elena wieder schwer. °Was mach ich denn nur?° fragte sie sich gedanklich und hielt wieder einmal inne, als der attraktive Jüngling weiter sprach. "Ach, das Praktikum werde ich dennoch machen können, da bin ich mir sicher, aber du musst dringend zu einem Arzt, wie soll man dir sonst helfen? Ich meine, du bist schwach, vermutlich hast du Schwindelanfälle und kannst nicht einmal gerade aus gehen. Also wie gedenkst du, kommst du dann voran oder gar wohin willst du gehen?" erkundigte sich die Dunkelhaarige freundlich, ehe sie einen warmen Wind durch ihre Haare wehen spürte und ein Schmunzeln über ihre Lippen wanderte. Ihr Blick noch immer auf Kai gerichtet, der wahrlich merkwürdig schien und doch hatte er etwas an sich, was nicht Böse sein konnte, er musste einen weichen Kern haben und diesen wollte Elena heraus finden, weshalb sie noch kurz überlegte und schließlich wieder das Wort ergriff. "Du kannst sagen, was du möchtest, aber du gehörst nun einmal in die Notaufnahme, ganz gleich, ob du da mit offenen Armen empfangen wirst oder auch nicht. Es ist wichtig, dass dich ein Arzt untersucht und sagt was los ist. Kai. Ich weiß, wir kennen uns kaum, aber bitte vertraue mir. Wo willst du sonst hin?" gab sie nochmals fragend und einfühlsam von sich, während ihr Blick über den Parkplatz schweifte und dann wieder zu dem jungen Mann fiel, dessen Hände noch immer in den ihren lagen. "Du kannst so nicht weiter machen, woher kommst du überhaupt und wer hat dich so übel zugerichtet?" wollte die Brünette nun in Erfahrung bringen und sah den gutaussehenden Mann interessierter und ihre volle Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet, an und wartete seine Antwort ab, denn irgendwie konnte sie sich nicht erklären, weshalb sie ihm helfen wollte, aber er tat ihr irgendwo leid, weshalb ihre Emotionen sie ein wenig verunsicherten, aber dennoch ihre hilfsbereite und freundliche Art zum Vorschein brachten. Ja, so war Elena nun einmal, ganz gleich, was ihr wiederfahren war, das Wohl der Anderen stand immer an erster Stelle für die junge Frau und so sah sie ihn noch immer voller Fürsorge an. "Warum hast du das überhaupt im Krankenhaus gemacht? Geschweige denn, weshalb bist du von dort ausgebrochen? Dir wird man doch nicht weh getan haben oder täusche ich mich?" fügte sie weitere Fragen mit an, denn Elena versuchte eine Erklärung für sein Verhalten zu finden, was bisher noch reichlich unerklärlich schien und sich nicht irgendwie ordnen ließ. Denn sicher hatte ein Mann wie er es war, Hintergründe, weshalb er sich nicht helfen lassen wollte und diese erhoffte sie sich ergründen zu lassen, auch wenn sie dafür Zeit und Verständnis mit sich bringen musste.

@Kai Parker

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#8

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 20.04.2016 19:52
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter XZ


Kai starrte auf die mit Elena verschränkten Hände hinab. Ein leichtes Kribbeln durchzog seine Finger. Hautkontakt war ihm fünfzehn Jahre lang verwehrt gewesen. Und jetzt, wo er die klitzekleine Berührung einer anderen Person spürte, waren seine Nerven so überstrapaziert, dass er das übermannende Gefühl nicht einordnen konnte. Gänsehaut breitete sich auf seinem Körper aus und Kais Gesicht wurde blasser, während er mit seinem Körper kämpfte, nicht jede Sekunde zusammenzuklappen. Und obwohl er viel Kraft aufwenden musste, um es zuzugeben, gab er dem jungen Mädchen in einer Sache widerwillig Recht. Wenn er sich nicht behandeln ließ, würde er direkt, nachdem er sich endlich in die reale Welt zurück katapultiert hatte, vor einem Krankenhaus verrecken.

Ironie der Schicksals? Nicht mit Kai. Es war wahrlich eine Schande, dass er sich damals mit keinem der Mitglieder des Gemini-Zirkels hatte anfreunden können. Einer der Nachteile war natürlich, dass er seine gesamte Familie mehr als nur gerne in ihrer eigenen Hölle schmoren lassen würde, so wie sie es mit ihm gemacht hatten. Daher blieb ihm keine andere Wahl als sich auf die Ehrlichkeit und lächerlichen Gutmütigkeit seiner neuen geschlossenen Bekanntschaft, Elena zu verlassen. ”Ok, ich vertraue dir. Zurück ins Krankenhaus”, raunte er spottend, unterdrückte einen weiteren Hustenanfall. Seine Sicht wurde für kurze Zeit klarer, dass er Elena Gilbert besser erkennen konnte. Umrundet von langem kastanienbraunem Haar, stachen dunkle kätzische Augen hervor, gefolgt von einer Stupsnase und weichen Lippen. Er erkannte Angst in ihrem Blick und stellte dennoch fest, dass sie entschlossen war, ihrem guten Willen stur vertraute. Innerlich musste er abermals lachen. Ein naives Reh eilte dem Wolf zur Hilfe. Süß. Sicherlich könnte er sie leicht davon überzeugen, ihn mit keinem weiteren Blick zu würdigen, indem er sich mit seiner Silberzunge an ihrem traurigen Schicksal vergriff, sich über den Tod ihrer Eltern lustig machend.

Allerdings war ihre Hilfe in diesem Moment wahrscheinlich wortwörtlich lebenswichtig. “Unter einer Bedingung”, murmelte er schwummrig. Äußerlich ließ er sich seine eigene Panik nicht anmerken, aber in seinen Eingeweiden tobte ein Tumult, der seine Muskeln heftig verkrampfen ließ, dass seine Fingernägel sich unbeherrscht in den Handrücken des Mädchens bohrten. “Du kommst mit. Und du bleibst direkt an meiner Seite. Die ganze Zeit über” Sein harter Blick ließ keine Widerrede zu. Kais besondere Fähigkeit war es von klein auf Menschen Angst einzujagen, einfach weil sie begründet war. Wenn ihn irgendjemand versuchte mit metallischen Fesseln einzuschüchtern, würde er selbst in komatösem Zustand genug Möglichkeiten finden, demjenigen mit ebendiesen Handschellen alle Atemwege abzuschnüren. Und niemand wollte, dass ein unschuldiges Mädchen, welches auch noch vor nicht allzu langer Zeit ihre Eltern verloren hatte, eine solche Schandtat beobachten musste. Dennoch - ihre Worte ließen ihn immer wieder aufs Neue innehalten: ‘Wo willst du sonst hin?’
Kai versuchte sich zu erinnern wie er aus der Zwischenwelt ausgebrochen war. Vor wenigen Minuten noch hatten sich die Bilder dynamisch und detailreich vor seinem inneren Auge abgespielt, aber jetzt - war es schwieriger sich an die Ereignisse zu erinnern.

“Bennett!”, entkam ihm schließlich, gefolgt von einem klagenden Keuchen. Er hatte getrocknetes Blut auf einem Stein in Nova Scotia benutzt. Aber um dorthin zu gelangen und wieder zurückzukommen war er mindestens dreimal unter Schmerzen gestorben. Was danach passiert war, konnte er sich beim besten Willen nicht ins Gedächtnis rufen. Außerdem war Kai überrascht, dass er noch im Besitz von etwas Magie war. Und an dieser hielt er zähneknirschend fest, um sich in der neuen, fremden Welt sicherer zu fühlen. “Ich war überfordert, ok? Die erste Person, die ich seit verdammt nochmal fünfzehn Jahren gesehen habe, hat versucht mir eine Beruhigungsspritze reinzujagen, mit der Begründung, dass ich zu früh aus meiner Narkose aufgewacht sei. Ich stecke sie stattdessen ihr selbst in den Hals, einfach, um ihr eine Lektion zu erteilen. Weißt du, ich wollte sie belehren wie man nicht mit seinen Patienten umgeht” Er wollte wieder ansetzen, um die Situation vollständig aus seiner verquerten Sicht zu beleuchten, aber der Schwindel setzte wieder ein, noch stärker als zuvor.

@Elena Gilbert

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#9

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 20.04.2016 21:09
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Als Kai endlich einwilligte und bereit war, wieder zurück ins Krankenhaus zu gehen, fiel der Brünetten wahrlich ein Stein vom Herzen, denn sie war wirklich froh, dass er endlich Einsicht zeigte. Klar, es würde nicht leicht werden, aber sie wollte ihm helfen und ihn nicht unbedingt vor ihren Augen sterben sehen und so schenkte sie ihm ein freundliches Lächeln. "Ich freu mich, dass du wieder mitkommst und dir helfen lässt." fügte sie ehrlich mit an und schenkte ihm ein motiviertes und vertrautes Lächeln, ehe sie die Stille zwischen Ihnen wirken ließ und ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn richtete. Während sie seinen Worten lauschte, spürte sie, wie ein Schauer seinen Körper zu durchdringen schien und somit konnte Elena kurze Zeit später auch schon seine Gänsehaut wahrnehmen, weshalb sie ein wenig schockiert zu ihm sah. "Ist dir kalt?" erkundigte sich die hübsche Dunkelhaarige, ehe sie auf seine Wort ein reagierte. "Die Bedingung erfülle ich gerne. Ich werde in der ganzen Behandlung bei dir bleiben und dich nicht im Stich lassen! Versprochen und großes Ehrenwort." kam es weiterhin über ihre schmalen und weichen Lippen, bevor sie wieder den Wind durch ihre Haaren wehen spürte. Sie genoss es und doch wandte sie sich wieder zu dem jungen Mann, der wirklich mitgenommen zu sein schien. Doch als sie dann seine Antwort auf ihre vorherige Frage hörte, schauderte es sie, hatte er gerade wirklich `Bennett`gesagt?! Ja, das hatte er und so konnte Elena nicht anders als schwer schlucken. "Du meinst doch aber nicht ernsthaft Bonnie Bennett?! Woher kennst du sie?" kam es gleich etwas aufgelöst über ihre Lippen, bevor sie wieder verstummte und ihren Blick von ihm abwandte und in Richtung Krankenhaus richtete. °Er muss dringend zum Arzt.° dachte sie weiter und überlegte noch immer, woher er Bonnie kennen mochte oder auch wen Anderes aus der Bennett Familie. Dies war für sie doch etwas fragwürdig und dennoch sah sie ihn kurze Zeit später wieder mit erwartungsvollem Blick an. Doch statt auf ihre Frage eine Antwort zu erhalten, sprach er erst einmal, weshalb er wirklich aus dem Krankenhaus ausgebrochen war. "Oh, inwiefern nach 15 Jahren? Warst du in einem Gefängnis oder wo warst du, dass du 15 Jahre keinen menschlichen Kontakt hattest?" folgte es über ihre Lippen, denn die Brünette wusste wirklich nicht, von was er sprach, weil sie ein solches Gefängnis, wie er es wohl erlebt haben musste, nicht kannte, sie kannte zwar eine Menge inzwischen, aber so etwas kannte sie nicht, weshalb sie erst einmal interessiert war, wie er die Situation wohl schildern würde, denn für Elena war es einfach merkwürdig, dass man 15 Jahre keinen Kontakt zu anderen Menschen hatte. Selbst wenn man sich abkapselte, so würde man doch nie im Leben 15 Jahre alleine irgendwo sitzen und sich von allem und jedem abzuschotten, dies war ein Ding der Unmöglichkeit in Elenas Augen. Doch wieder dachte sie über seine Worte nach und schluckte, bevor sie abermals das Wort an ihn wandte. "Vielleicht hatte es aber auch einen bestimmten Grund, warum du eine solche Spritze bekommen solltest, vielleicht, um einfach nicht so wackelig und unsicher auf den Beinen zu verweilen. Es ist doch nicht unbedingt gleich eine Schlafspritze, sondern eher um dich ein wenig ruhiger zu stellen, damit du dich nicht gleich überansträngst und am Ende vielleicht auch zusammen brichst." versuchte sie die Situation etwas deutlicher zu erklären und hoffte, dass er auch hier Einsicht zeigen würde, doch irgendwie war Elena schon beinahe davon überzeugt, dass er dies erst nicht wahrhaben wollte und so ließ sie einfach einen Moment der Stille zwischen ihnen weilen, um einen klaren Gedanken fassen zu können und dann wieder zu Kai zu sehen. "Komm ich helfe dir hoch und denn gehen wir langsam wieder ins Krankenhaus und ich werde bei dir bleiben." versicherte die Brünette nochmals dem jungen Mann, um ihm eine gewisser Sicherheit zu geben, ehe sie abermals die Stille einkehren ließ und gespannt auf seine Antwort wartete.

@Kai Parker

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#10

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 20.04.2016 23:03
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter YX


Kai beobachtete sie unter heftigen Kopfschmerzen, schaffte es wie durch ein Wunder ihre bedachtsamen Bewegungen und Vorsicht trotzdem zu erfassen. Sie behandelte den Wahnsinnigen mit Samthandschuhen. Und ihr Mitgefühl wäre herzerwärmend, würde er ein funktionstüchtiges Herz besitzen. Sie war sehr schmalknochig gebaut, hatte den Anschein, als könne man sie mit Leichtigkeit zerquetschen. Aber er wusste es besser. Die Schwäche war eine Täuschung, eine Fassade, die sie wahrscheinlich nicht einmal bewusst aufrechterhielt.

Kai war zwar ein Soziopath, aber er hielt Güte nicht für eine allgemeingültige Labilität an Menschen. Nur waren solche Leute so gutgläubig, dass sie, selbst in den Fängen eines kranken Mörders, immer noch selbstlos versuchten zu helfen, sich mit Herzblut dafür einsetzend, die kantige Welt so abzurunden, dass die schärfsten Objekte auf dieser, Dornen von Rosenbüschen auf bunten Blumenwiesen waren. Ob ihm kalt war? Als Elena es anprach, begann er stärker zu zittern. Sich ins Gedächtnis rufend, dass er wirklich fröstelte, fingen seine Zähne unkontrolliert zu klappern an. Das Geräusch ähnelte lautem Trommelwirbel in seinen überempfindlichen Ohren. Ihm war so eisig kalt, dass seine Finger kaum beweglicher als ein Ast waren. Sein steifer Körper fühlte sich an wie der eines alten Nussknackers. Kais Hände waren fast blutleer, selbst seine Knöchel waren weiß angelaufen, blaue Flecken und Kratzspuren auf seinen Armen verstärkt hervortretend.

“Warum ist es so verdammt kalt?” Seine Aufregung bekamen auch vorbeigehende Passanten zu spüren. Einige von ihnen machten zuerst Anstalten das Geschehen näher zu inspizieren, aber hielten sich schlussendlich aus dem Gespräch zwischen dem Gespenst und Elena raus. Kai umfasste die Hände des Mädchens aus Aufregung fester. Er würde es nie laut zugeben, doch seine gesamte Blutbahn wurde mit Adrenalin umspült und verursachte kalte Stiche in seiner Lunge. Diesmal konnte er den Hustenanfall nicht unterdrücken und spuckte Blut und Spucke, verschmierte die Mischung mit seiner Zunge auf seinen verkrusteten Lippen. In der Zwischenwelt hatte er sterben können so oft er wollte, es hätte eh keinen Unterschied gemacht. Hier war es anders. Er war nicht mehr der Ewigkeit ausgesetzt. Und Zeit wünschte Opfer. Unschlüssig blickte er zu der fremden Brünette. Hatte er jemals die Gewissheit gehabt, nicht hintergangen zu werden? Mal ganz ehrlich, selbst sein eigener Vater hatte ihn wie einen Dreckfleck auf weißer Wäsche behandelt. Warum also nicht auch sie? “Du bleibst durchgängig bei mir” Kai wusste nicht mehr, ob er sich selbst und seinen Wankelmut oder sie zu bestätigen versuchte. Vorsichtig stand er auf und ließ sich von Elena stützen. Wieder kamen sie auf die Bennett-Blutlinie zu sprechen. Wenn man ihn fragte, ein widerwärtiges Pack. “Sheila Bennett...”, knurrte er, spuckte den Namen voller Hass, das Blut in seinem Rachen weiter über seinen Mundrand und sein Kinn spritzend. “Sie und meine Familie, allen voran Daddy dearest” Er stolperte einige Schritte, fast in seinen Knien zusammensackend. “Haben mich fünfzehn Jahre lang in komplette Isolation verbannt.” Er schüttelte seinen Kopf, blinzelte ein paar Mal, um sich vor gleißenden Sonnenstrahlen zu schützen. Elenas Versuche, ihn davon zu überzeugen, dass die Krankenschwester nur versucht hatte, ihrem Job nachzugehen, kratzten ihn wenig. Er war doch nicht dumm. Die Töle in ihrem minzgrünen T-Shirt und hässlichen weißen Sandalen war einfach bekloppt gewesen. Als ob er sich jemals dafür entschuldigte, ihr miserables Leben zumindest für einige Stunden erträglicher zu machen, weil sie die Chance hatte es einfach zu verschlafen.

Kai war kurz davor ohnmächtig zu werden. Trotzdem war seine gesprächige Seite immer noch ausgeprägter als seine Überlebensinstinkte. “Ich hab Lust auf Marmelade. Oder Schweineohren. Kennst du Baywatch? Ich liebe Baywatch” Kai sabberte weinroten Speichel, der langsam auf sein gestohlenes Shirt tropfte. Vielleicht sollte er wirklich aufhören zu reden.

@Elena Gilbert

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#11

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 22.04.2016 08:52
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Ihre Aufmerksamkeit noch immer auf den hübschen Mann gelenkt, spürte sie, wie er weiter zu frösteln schien, weshalb auch kurz darauf wieder seine Stimme den Weg in ihre Ohren fand. Sie sah ihn etwas überrascht an. „Also doch Schüttelfrost. Ich sage ja, du musst dringend zum Arzt.“ Fügte Elena nochmal mit an, die Ruhe einkehrend und ein sanftmütiges und besorgtes Lächeln auf ihre Lippen liegend. Seine Bewegungen weiterhin beobachtend, stellte die Brünette fest, dass er wohl kurz vor dem Zusammenbruch zu sein schien, weshalb sie ihm abermals ihre Hilfe anbot und ihm half aufzustehen. Merkend wie seine Kräfte zu schwinden scheinen und sein Husten gar mit Blut vermischt war, schluckte Elena, denn dem jungen Mann ging es wohl schlechter als gedacht, daher wurde ihre Sorge größer ihm gegenüber. „Wir sollten uns beeilen, bevor sie wirklich kurz vor dem Krankenhaus umkippen, denn das würde weder das sein, was du möchtest, noch das, was irgendwer anders hier möchte.“ Kam es weiter über ihre Lippen, während sie ihn stützend aufhalf und seine Stimme erneut durch ihre Ohren hallen hörte. Ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn richtend, blickte sie ihn voller Sorge an, während sie hellhörig wurde und abermals schluckte. „Sheila Bennett. Dies ist die Grams von meiner besten Freundin.“ Erklärte Elena und wurde immer schockierter, über seine weiteren Worte, welche erklangen. „Inwiefern Isolation? Was haben Sie getan oder eher gesagt, wie haben Sie es getan?“ erkundigte sie sich noch neugieriger, während sie weiter versuchte Kai zu stützen und in Richtung Krankenhaus vorzudringen. Denn die Kräfte wichen wohl immer weiter von ihm und sein Blick unsicherer, so empfand es zumindest die Dunkelhaarige. Seinen Worten wieder folgend, lief sie weiterhin zum Eingang des Krankenhauses und konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. „Marmelade? Wie kannst du jetzt an Marmelade denken? Du bist kurz davor wegzutreten.“ Sprach sie etwas verwirrt von seinen Worten, noch immer ihn stützend begleitend zum Eingang. °Der hat gut reden.° dachte sie, denn er schien trotz seines Zustandes noch immer sehr amüsierend zu sein oder dies alles sehr locker zu nehmen, für die Brünette schon beinahe unglaublich. Sie war irgendwo fasziniert von dem Jüngling, welcher doch irgendwo etwas an sich hatte, was Geheimnisse aufwarf. °Wie kann er trotz seines derzeitigen Zustandes bloß so leichtsinnig und vergessend, oder eher gesagt ablenkend drauf sein?° durchzog es derweil ihre Gedankengänge, denn Elena wusste nicht wirklich wie sie mit Kai umgehen sollte. Er schien viel zu locker, als besorgt um sich und sein Leben zu sein und dennoch scheint er freundlich. Er war ein reines Rätsel für die Medizininteressentin. „Das ist schön, dass du dies liebst, aber wir müssen dich nun wirklich dringend zum Arzt bringen.“ Kam es nun schon beinahe mit Nachdruck über die wohlgeschwungenen Lippen der Brünetten, denn sie machte sich wirklich große Sorgen um den gutaussehenden Mann, der nun wirklich seine Stärke ganz zu verlieren schien. „Komm, wir müssen uns beeilen, ich habe Angst, dass du mir hier sonst zusammenbrichst.“ Forderte die junge Frau ihn nochmals auf und versuchte ihn weiterhin stützend zum Eingang zu bringen, den sie kurze Zeit später auch endlich erreichte. Ein Stein fiel ihr beinahe schon vom Herzen, doch änderte dies nicht daran, ihn auch zu einem Arzt bringen zu müssen. „Schnell zum Notarzt.“ Raunte sie ihm entgegen und versuchte den Schritt der beiden zu beschleunigen, was jedoch schwerer als gedacht war und auch die Kräfte verließen die hübsche Frau ein wenig, denn Kai war groß, attraktiv und nicht gerade leicht zu stützen, da er doch sehr schwach war.

@Kai Parker

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#12

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 07.05.2016 17:35
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 1


Elenas Finger mit seinen fest verschränkend, schritten sie zum Schalter, an dem eine ältere Krankenschwester ihre lackierten Fingernägel musterte.

Ihre grauen Haare waren zu einem Dutt hochgesteckt, ihr gelangweiltes Gesicht aufleuchtend, als eine hübsche junge Frau und ein leicht angeschlagener Mann in Uniform auf sie zu liefen. Anscheinend hatten es beide eilig, so aufgeregt wie der Kerl schien, stetig zu der hübschen Brünette schauend, während diese vertieft in Gedanken schien. Wahrscheinlich waren sie ein Paar, schloss die Krankenschwester. Als die Frau ihr Anliegen schilderte, entgegnete die ältere Dame am Schalter - Priscilla - verständnisvolles Nicken. Sie wusste selbst wie schwermütig man sein konnte, wenn man über einen längeren Zeitraum von seiner besseren Hälfte getrennt war. Außerdem musste der Mann sicherlich schnell wieder zurück zu seiner Arbeitsstelle, zumal Einsatzkräfte anscheinend selbst in diesem Krankenhaus Mangelware waren. Irgendein verrückt gewordener Psychopath hatte mehrere Leute lahmgelegt und zudem erfolgreich die Räumlichkeiten verlassen können. Sie wusste nicht, ob er noch auf freiem Fuße war, dennoch schien sowohl die Security alsauch die Polizei ihren Job nicht richtig erledigen zu können, wenn in den Stockwerken über ihnen abermals Alarm ausgelöst worden war. Obwohl er etwas schmal gebaut war, seine Augen müde dreinblickten, hatte der Kerl ein kerniges und gesundes Erscheinungsbild. Schließlich händigte Priscilla das Entlassungsschreiben aus und wünschte dem jungen Paar Alles Gute, bevor sie nach Glamour Magazinen kramte, um ihrer Enkeltochter ein Geschenk zum Geburtstag auszusuchen.

Kai war überrascht von Elenas schauspielerischem Talent. Immerhin hatte sie ihn ohne weitere Kollateralschäden zu verursachen aus dem Höllenloch heraus gepfercht, ohne für Aufruhr zu sorgen. Seine Lippen wurden zu einer schmalen Linie, während sie Hand in Hand über den Parkplatz liefen. Er konnte nicht umhin, bildlich an den Vorfall erinnert zu werden, als sie - wenn auch nur kurz - seine Wange geküsst hatte. Glücklicherweise konnte Kai die Röte in seinem Gesicht insoweit kontrollieren, dass seine Wangen bloß einen rosigen Schatten warfen. Sein Verstand aber hatte Schwierigkeiten die Geste in die richtige Schublade einzuordnen. Er hatte schon lange keinen menschlichen Kontakt mehr genießen können. Sei es eine leichte Berührung oder gar ein sanfter Kuss: keine Schlägereien, keine Umarmungen und definitiv kein Händchenhalten. Elena überrumpelte ihn nicht nur mit ihren großen braunen, naiven Rehaugen und ihrer Güte, sondern auch mit ihrer Nähe, dass sie keine Angst vor dem großen bösen Wolf à la Kai Parker hatte. Ihre Intelligenz war atemberaubend. Selbst, wenn sie es nicht zugeben würde, konnte sie Menschen leicht um den Finger wickeln, wenn sie von ihrer enormen Auffassungsgabe Gebrauch machte. Kai schüttelte den Kopf, genug geschwärmt. Ich bin ein Soziopath, redete er sich ein. Und Soziopathen sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich für Drittpersonen zu interessieren. Er war kein Drittklässler, der hoffnungslos verliebt seiner Flamme heimlich hinterherschaute. “Wow Elena”, grinste er. “Du hast deine manipulative Seite entdeckt! Hat’s Spaß gemacht? Warst du aufgeregt?” Selbst wenn es schien, als würde er sich darüber amüsieren, wusste er, dass es mehr als offensichtlich sein musste wie erstaunt er über ihre Fähigkeiten war. Er konnte vielleicht sich selbst vom Gegenteil überzeugen, aber irgendetwas sagte ihm, dass sie genau wusste, was in ihm vor sich ging. Mit seiner freien Hand griff er in seiner hintere Hosentasche und wühlte nach den Autoschlüsseln des lahmgelegten Polizisten. “Wie wär’s mit ‘ner Spritztour?”, witzelte er lachend und drückte wahllos auf die Knöpfe des neuartigen Schlüssels, bis er fünfzig Meter weiter ein Klicken hörte und die Vorderlichter eines Wagens kurz hell aufblinkten. “Jackpot!” Mit einer laschen Handbewegung zog er Elena mit sich in Richtung des Streifenwagens.

@Elena Gilbert

zuletzt bearbeitet 07.05.2016 17:35 | nach oben springen

#13

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 08.05.2016 10:17
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Noch immer ihre Hände mit den seinen verschränkt, verließ Elena das Krankenhaus mit dem jungen Mann, auch wenn sie ein schlechtes Gewissen hatte, so wusste sie nicht wirklich, warum sie ihm half und doch konnte sie diesen Mann einfach gut leiden und genoss seine Nähe. Sie schlenderten über den Parkplatz und irgendwie sahen sie vermutlich wirklich beide aus, wie ein verliebtes Pärchen, was die Brünette keineswegs störte, im Gegenteil, sie überkam ein Schauer, weshalb sich auf ihrer Haut abermals eine Gänsehaut entwickelte und ihre Nervosität ihren Körper durchzog. Als sie dann jedoch das Wort ergreifen wollte, kam ihr Kai zuvor und so hallten seine Worte durch ihre Ohren, weshalb sie hellhörig wurde und ihre Brauen skeptisch hochzog. "Ich bin erstaunt, ein Kompliment aus deinem Munde Kai. Es ist ja wie Musik in meinen Ohren." fügte sie mit an und tat seine Fragen vorerst mit einem Lächeln ab, während sie den Moment genoss und in seine wunderschönen Augen blickte, ehe sie dann doch das Wort übernahm und an den jungen Mann wandte. "Nun, um ehrlich zu sein, habe ich dies nur für dich getan und glaube mir, ich bin kein Mensch, der so etwas einfach so macht. Aber du hast etwas an dir, etwas, was mich neugierig werden lässt und was ich näher kennen lernen möchte, weshalb ich alles riskiere, um dir nahe zu sein." kam dann schon beinahe ein Geständnis ihrer Gefühle über ihre Lippen, wobei sie über seine Worte nachdachte. Es schien beinahe so, als würde er nicht offenbaren wollen, dass er irgendwie überrascht über Elena war, es schien ihr wirklich so, als würde er sein Erstaunen durch seine lockere und scherzende Ader überspiele wollen. Doch beließ die Dunkelhaarige es dabei und antwortete nun weiterhin auf seine Frage. "Naja, aufgeregt schon, aber das liegt wohl eher daran, dass ich nun einen Ehemann hatte, wovon ich heute früh noch nichts wusste. Aber gut, so schnell kommt man zu einem Ehegatten." neckte sie den jungen Mann und lächelte wieder, ehe sie nun die Stille einkehren ließ und die Stimme des jungen Mannes wieder den Weg in ihre kleinen zierlichen Ohren fand. "Klar, warum nicht. Wir haben heute eh schon genug Verbotenes getan, also von daher ist die weitere Tat nun auch kein Hindernis mehr." sprach Elena und nachdem sie ihre Worte verlauten gelassen hatte, musste sie selbst erst einmal darüber nachdenken, was sie gerade von sich gab. Denn dies war mit Sicherheit nicht ihre Art und doch verleitete Kai sie zu verbotenen Dingen, selbst wenn die Brünette keinerlei Ahnung hatte, warum ausgerechnet er es schaffte, die junge Frau dafür anzustiften und so blickte sie einfach über den Parkplatz, als ein passendes Auto aufging. °Oh Gott, was mach ich hier bloß?° fragte sie sich in Gedanken, als der Blick von ihr nochmals über den Parkplatz gleitete. "Tja, da hast du wohl das richtige Auto zu deinem Schlüssel gefunden." zwinkerte die Dunkelhaarige ihr zu und schenkte ihm nochmals ein Lächeln, bevor sie auch schon von Kai mitgezogen wurde, um sich den Wagen genauer angucken zu können. "Warte doch mal Kai. Uns wird schon keiner mehr aufhalten." meinte Elena noch zu dem attraktiven Jüngling, ehe sie schließlich auf ihn zuging und ihm tief in die Augen blickte. °Was tust du hier bloß?° fragte sie sich wieder in Gedanken und sie wusste wirklich nicht warum, aber irgendwie verlangte sie nach dem jungen Mann und so hielt sie noch immer seine Hände in den ihren und haftete an seinem Blick, ehe sie sich weiter seinen Lippen näherte und nicht anders konnte, als ihm einen liebevollen und doch leidenschaftlichen Kuss zu schenken, auch wenn sie sich ihre Tat selbst nicht erklären konnte. "Lass uns los, bevor sie uns wirklich noch fassen." kam es noch über ihre Lippen, ehe sie sich von Kai löste und sich schließlich auf die Seite des Beifahrers begab, abwartend, das Kai endlich einsteigen würde und sie los konnten, denn langsam bekam auch die starke Dunkelhaarige ein wenig Angst.

@Kai Parker

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#14

RE: Parkplatz

in Einzelene Themen 08.05.2016 12:59
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 2


Kai hielt für einen Moment inne, während er zum Wagen raste. Seine Beine arbeiteten von allein, während er bemerkte, dass selbst einer Silberzunge wie seiner, manchmal die Worte fehlen konnten. Kai merkte gar nicht, dass seine Füße ihn noch schneller trugen, aber Elenas Worte penetrierten seinen Verstand, verpesteten ihn mit Nervosität. Das Gefühl mochte ihm bis vor einigen Stunden noch fremd gewesen sein. Seit er die Brünette kennengelernt hatte, hat sich das Blatt so schnell gewendet, dass er sich nicht nur völlig orientierungslos und fremdartig in seiner Haut fühlte, sondern die rapide Kurve ihm derweil auch noch heftigen Schwindel breitete. Sie riskierte alles? Um ihm nahe zu sein? Kai hatte solche Absurditäten noch nie von Niemandem gehört. Sein ganzer Zirkel hatte im Gegenteil alles dafür getan, um ihn so weit wie möglich von seiner Familie entfernt zu wissen und ihn sogar in eine andere Dimension katapultiert. “Wie kannst du sowas so leicht sagen?” Seine Unsicherheit lugte aus seinen Augen, die Pupillen erweitert trotz des hellen Lichts, seine bläuliche Iriden fast verschlingend. Er schüttelte den Kopf, versuchte seine entgleisende Mimik durch altbewährte schelmische Charakteristiken in die Schranken zu weisen. “Wir haben eben in Nevada geheiratet. Konnten es kaum abwarten und haben ‘nen Roadtrip von zwei Tagen allein für die Hinfahrt innerhalb von 20 Minuten hingelegt” Er grinste schnippisch. “Einfach, weil wir es kaum abwarten konnten, endlich von Gott gesegnet zu sein!” Sie traten näher zum Fahrzeug. Kai war überrascht, dass Elena, auch bekannt als Engel, Gutmütigkeit in Person und Rehäuglein, einfach zustimmte, in dem gestohlenen Wagen mitzufahren. Und fast hätte er es nicht weiter hinterfragt, bis er sie wieder musterte. Er färbte ab.

Und trotzdem, seine Gedanken wurden umhergeworfen, Neurotransmitter dort ausgeschüttet, wo man sie nicht benötigte, Nervenzellen dort aktiv, wo keine Impulse angekommen waren. Die Luft war elektrisiert, sendete kleine Stromschläge in Richtung seines Rückens aus. Apropos Gott - Kai erinnerte sich an die langen Predigten an Sonntagen, denen Josette und er immer hatten zuhören müssen, selbst wenn sie sich noch so sehr dagegen gesträubt hätten. Die Sache war, auf Kais Vater hatte der Gottesdienst immer Einfluss gehabt. Es war der einzige Tag der Woche gewesen, an dem der Siphoner sich nicht verstecken musste, von Joshua human behandelt wurde.

Irgendetwas nagte an ihm, nur hatte Kai immense Schwierigkeiten zu deuten, warum er sich plötzlich in solchen Unmut stürzte. Bevor er Zeit hatte sich wieder zu ordnen und Besinnung zu finden, blieben sie beide abrupt stehen. Ihre dunklen Augen bohrten sich in seine. Es war dieser Funke, der wieder Leben in ihn brachte. Er verstand, was vor sich ging. Sie mochte ihn, er mochte sie. Eigentlich müsste alles unglaublich einfach sein. Nur hatte er zwar kein Gewissen, aber Reue kannte er. Ein schlechter Einfluss zu sein, mit der Furcht zu kämpfen, dass sie ihn nicht mehr mögen würde, sobald sie wusste wie krank er wirklich war und was sie dann tun würde - das waren alles unausweichliche Probleme. Komisch war, dass er sich dabei nicht unwohl fühlte - im Gegenteil. Sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen und hob ihr Kinn, während er sich vorbeugte. Der Kuss war keusch, das Aneinanderpressen von Lippen zweier Menschen, die beide neben der Spur standen. Er zog sie an den Händen näher an sich, konnte nicht umhin zu grinsen, während er kurz spielerisch an ihrer Unterlippe saugte. Nur wiederwillig löste er sich von ihr, starrte ihr kurz mit verschleiertem Blick entgegen, bevor sie die Tür zum Wagen aufriss und auf einer Seite einstieg. “Dea osculum”, murmelte er nachdenklich und ließ sich in den ‘Chefsessel’ fallen. Glücklicherweise hatten sich Autos seit 1994 nur in ihrem äußeren Erscheinungsbild und ihrer Qualität geändert, nicht in ihrem Aufbau. Der Motor jedoch knurrte kecker und lebendiger. “Obwohl ich echt Lust hätte, in die Flitterwochen zu fahren, muss ich erstmal Essen tanken.”, griente er, musste zugeben, dass seine Wortwitze nie besonders gut gewesen waren. “Ohne Pommes, Burger und all dem Kram kommen wir nicht weit. Stoffwechsel ist eine echte Nervensäge” Er stupste Elena kindisch in die Seite und langte kurz vor, um das Radio einzuschalten, durch einige Kanäle schaltend, bevor er die Hoffnung aufgab, auf irgendetwas zu stoßen, was er kannte, seiner hübschen Beifahrerin bedeutend, selbst etwas auszusuchen. “3...2...1..” Sie fuhren los. ”Abenteuer!”

@Elena Gilbert
>>Mystic Grill's? (Such du aus, Herzchen)

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