Neueröffnung !!! Dringend gesucht werden: Davina,Stefan, Alaric,Rebekah, Elijah und viele mehr!

#1

Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 15.05.2016 22:18
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge
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#2

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 12:04
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Gezwungen von Kai ihm tief in die Augen schauen zu müssen, schluckte Elena, als Kai ihr Kinn anhob und sie in diese wunderschönen Augen schauen musste. Sie mochte es ja irgendwie, aber irgendwie war da auch immer dieses unwohle Gefühl, es könnte sich etwas offen legen, was der jungen Frau ganz schön zu setzen würde und so erwiderte sie dennoch diesen Kuss, auch wenn ihr Kopf es für falsch hielt. Doch als sie sich von ihm löste und nochmals in diese wunderschönen Augen sah, ergriff die Brünette das Wort. "Nun, das sagt sich so leicht, glaube mir, das Herz kann auch falsch entscheiden oder der Kopf, aber beides sollte doch stets im Einklang stehen, so finde zumindest ich." gestand Elena dann kurz um und verstummte auch sogleich wieder, während sie dieses Gefühl seiner Nähe wieder genoss. Denn seine Hand schien weich, beinahe angenehm für die junge Frau, und zu gerne hielt sie auch die seine, und doch war da dieses Ungewisse, dieses, man weiß nicht, wohin es führt und doch wollte sie dies mehr als alles andere, weshalb sie seine nächsten Worte durch ihre Ohren hallen hörte und tief durchatmete. "Das sagst du jetzt, aber wie kannst du dir so sicher sein, dass wir einander nicht enttäuschen?" wollte Elena von ihm erfahren, doch ob er ihr auf diese Frage wirklich eine Antwort geben konnte, dass wusste die hübsche Frau wirklich nicht und doch ließ sie sich von ihm mitziehen und nickte auf seine weiteren Worte nur, ehe sie gemeinsam den Grill verließen und zum Auto schlenderten. Dort angekommen , stiegen sie ein, ihr Blick noch auf Kai gerichtet, während ihr Herz schneller schlug, vor Aufregung und Nervosität, was kommen würde. Was sein dunkles Geheimnis sein würde, was die Vergangenheit von ihm beinhaltet, all das waren Dinge, die sich am heutigen Abend herausstellen würden, aber ob Elena das verkraften könnte, machte sie unsicher, denn sie wollte ihn so sehr besser kennen lernen und die Nähe weiter auskosten, doch wiederum war da diese unglaubliche Angst, er könne sie doch enttäuschen und so griff sie noch einmal nach seiner Hand, bevor sie losfuhren und sah ihm tief in die Augen. "Kai, ich habe Angst, was wenn mich deine Vergangenheit zerstört, mich anders von dir denken lässt?" folgte es abermals fragend über ihre Lippen, während sie dennoch versuchte zu hoffen, alles würde gut werden und der Abend würde romantisch ausklingen, weshalb sie weitere Worte anhängte. "Ich freu mich auf den Abend mit dir und die Sterne...aber bitte enttäusche mich wirklich nicht." bat sie ihn zum wiederholten Male und versuchte ihm weiterhin ihr Vertrauen entgegen zu bringen, ehe sie letztlich los fuhren und einige Zeit durch die Straßen fuhren, bevor sie am nahegelegenen Schrottplatz ankamen, dort ein wenig umgesehen, liefen sie beide zu einer verlassenen Hütte, zumindest schien es so zu sein und ihr Blick skeptisch zu Kai wendend, atmete die Brünette nochmals tief durch. "Was möchtest du ausgerechnet auf dem Schrottplatz?" kam es nun noch skeptischer über die wohlgeschwungenen Lippen Elenas, während sie krampfhaft und etwas ängstlich nach seiner Hand griff und diese fest drückte, ihr Blick noch immer auf ihn gerichtet, unwissend, dass er ein Monster war, unwissend, dass sie in Gefahr sein könnte, wenn sie sich in seiner Gegenwart empfand und doch fühlte sie sich sicher und nicht unwohl, während sie seine Antwort abwartete. Ein Wind aufzog und ihre Haare ein wenig hochwehen ließ, ihr Blick noch immer ernst und verloren auf den seinen gerichtet, angezogen von seiner Gegenwart und von ihrer Sehnsucht kontrolliert, als sie in der Ferne seine Stimme durch ihre Ohren hallen hörte.

@Kai Parker

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#3

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 15:51
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 10


Herz und Kopf im Einklang, sagte sie. Und sie hatte ja Recht, nur wollte Kai es nicht wahrhaben. Er war egoistisch, wollte sie für sich. Es mochte abermals animalisch klingen, aber wenn stetige Einsamkeit an der mentalen Gesundheit zerrte, zerstörte sie nicht nur Sozialkompetenzen und Psyche vollends. Sie schuf den Wunsch, dass jemand irgendwann auf den Einsamen zu kam, vorurteilslos und rein, und ihn anstatt mit weiterer Einsamkeit mit Verständnis und Wärme umhüllte, ihn damit einlullte. Und mit Sicherheit. Das Anderssein schuf die größten Gräuel der Erde: Ignoranz, Intoleranz, Ausgrenzung und Hass. Kai hatte mit den Folgen seiner Anomalien in Persönlichkeit und Kraft sein ganzes Leben lang umgehen müssen. Und irgendwann war er ausgetickt. Seine innere Uhr, seine Kontrolle, war zersprungen, die Zeiger in alle Richtungen geflogen. Er spürte keine Reue, dass er seine Geschwister ermordet hatte. Wäre er ins Damals zurückversetzt worden, würde er es wieder tun. Rache üben. Es war nicht, als hätte er sie gehasst, als hätte er nichts für sie gefühlt, außer Abtrünnigkeit. Sie hatten Kai schon etwas bedeutet, hatten zu ihm aufgeblickt, ihn geliebt, wie jedes andere kleine Kind seinen großen Bruder liebte. Aber sie waren alle falsch gewesen. Sie hatten alle existiert, um ihm und Josette ihren Platz als rechtmäßige Anführer des Gemini-Zirkels zu nehmen. Sie hätten ihnen ihre Lebensaufgabe genommen. Seine Eltern haben mit aller Kraft versucht, ihn zu ersetzen, Angst vor seinen Fähigkeiten gehabt, davor, dass er, würde er die Verschmelzung gewinnen, nicht mehr zu kontrollieren wäre. Die Möglichkeit ihn zu stürzen gäbe es dann nicht mehr, ohne die Hilfe von anderen übernatürlichen Wesen - außerhalb des Zirkels - anzunehmen und somit sogar die treusten Mitglieder der Gemini zu verärgern. Ja, Kai kannte Einsamkeit. Er hatte sein ganzes Leben lang damit verbracht, einsam zu sein. Und einen Menschen, der toleranter und verständnisvoller als Elena ihm gegenüber war - und dabei so unglaublich engelsgleich in seinen Moralvorstellungen - würde er wahrscheinlich nie kennenlernen. Und selbst wenn es jemanden gab, der ihn akzeptieren könnte wie er war, hatte er sich schon viel zu sehr auf sie fixiert, alsdass er ein anderes Mädchen seine Gedanken penetrieren lassen würde. Er wollte sie. “Aber dein Kopf macht alles kaputt”, wollte er sagen und nickte mehr zu sich selbst, als zu ihr, schluckte schwer.

Als sie neben dem Fahrzeug standen, er ihr schon die Tür offen hielt, um einzusteigen, zögerte sie. Seine Atmung verschnellerte sich um ein Vielfaches. Er würde sich nicht ändern. Er war er selbst und er war zufrieden mit sich. Warum nur hat Gott ihn so erschaffen, dass nur er sich selbst verstand und der Rest Augen und Türen vor ihm verschloss. “Weil meine Vergangenheit nichts mit uns zutun hat. Vielleicht wirst du sogar denken: Was ein Arsch! Monster! Ekelpaket!” Er rollte mit den Augen. “Was auch immer dir als Erstes einfällt. Aber wir beide sind nicht, was wir irgendwann mit irgendwelchen anderen Rotzlöffeln erlebt haben” Das Wort Rotzlöffel bot ihm einen Grund zum Lachen. Oh die Ironie. Sie waren alle noch kleine Erbsenhirne, als er sich mit Brutalität von ihnen verabschiedet hatte. Kai schaute zu Boden. Sie bat ihn um etwas, wovon er nicht wusste, ob er die Bitte sicher erfüllen konnte. Er wäre auch nicht enttäuscht, wäre sie ein Betthäschen, hätte sie in ihrer Vergangenheit Jungs wie ihre Unterhosen gewechselt. Er war sich hundertprozentig sicher, dass das nicht ihrem Lebensstil entsprach. Er meinte nur, selbst wenn, war sie in dieser Beziehung hier, zwischen ihr und Kai, ein Engel. Und das war alles, was er brauchte, um sich ein Bild von ihr zu schaffen. Nicht, was sie mit ihren Freunden machte, mit ihrer Familie, wie ihre Schulnoten waren oder ob sie Eishockey spielte. Hier und jetzt mochte er sie. “Steig jetzt ein”, seufzte er und ging zur Fahrerseite des Autos. Kai entschied sich dafür das Radio ausgeschaltet zu lassen, lauschte dem brausenden Motor und dem Wind, der gegen die Fensterscheiben peitschte, je schneller sie fuhren.

Vorhin war er noch etwas orientierungslos die Straßen abgefahren und hatte weitab einen Schrottplatz gesehen. Vielleicht war der Ort nicht besonders romantisch, aber die Poesie hatte ihn perfekt für die Situation gemacht. Kai würde seinen Dreck entladen und sie ihn wahrscheinlich danach hassen. Denn sie war nicht wie er. Sie verstand nicht, was er verstand. Und teilweise verstand auch er nicht, was in ihr manchmal vor sich ging. Wie Öl und Wasser. Nur machte sie süchtig. Und Kai war ein Mensch mit sehr hohem Suchtpotenzial. Hatte er einmal angefangen, konnte er nicht mehr aufhören. Glücklicherweise hielt er von Drogen nicht sonderlich viel, sonst wäre er wahrscheinlich längst zum Junkie mutiert. Sie hielten am Schrottplatz und stiegen aus. Die Luft war schwül geworden. Die meisten Lichter in den Zimmern umliegender Häuser waren längst erloschen. Kai hatte gar nicht mitbekommen wie schnell die Zeit vergangen war, aber eine genaue Uhrzeit hatte er auch nicht parat. Die Sterne schienen hell, der Himmel wolkenlos. “Tadaaa”, rief er und streckte seinen Arm in Richtung einer kleinen verlassenen Hütte aus. Auf Elenas Frage hin zuckte er gekniffen lächelnd mit den Schultern. “Auf Schutthalden wird Müll ausgeschüttet”, erklärte er, seine Haltung etwas desolat. Mit jedem Schritt, den er auf das Haus zu machte, wurde er antriebsloser. Kai war schnellen Schrittes gestartet und mit jedem weiteren Tritt immer langsamer, kam fünf Meter vor dem Häuschen gänzlich zum Stehen, drehte seinen Kopf zu den weggeschmissenen Möbeln, Werkzeugen und Plastikteilen. Hoffentlich blieb Müll einfach Müll und nicht etwas, was er immer mit sich tragen musste. An der Seite der Betonwände des Hauses - wahrscheinlich eine alte Fabrikhalle - war eine verrostete Leiter angebracht. “Ich geh als Erstes hoch, um zu gucken, ob das Ding unser Gewicht halten kann” Er kletterte schnell die schmalen Stufen hinauf und bemerkte beruhigt, dass der Rost der Stabilität der Leiter noch nichts anhaben konnte. Als er oben war, rief er zu Elena hinab. “Ist sicher, keine Sorge”

Schließlich waren sie beide auf dem Haus. Das Dach war schräg gestellt, deshalb bestand die Gefahr abzurutschen, aber Elena und er waren beide ziemlich beweglich und konnten ihr Gleichgewicht gut halten. Außerdem war ein kleiner Zaun an der Dachrinne angebracht und bot genug Schutz, um nicht vom Dach zu fallen. Kai setzte sich und starrte in den Himmel. Für wie kitschig er es auch am Anfang gehalten hatte - die hellen Sternbilder beruhigten seine Sinne. “Ist gar nicht so übel”, raunte er leise. Die Stille hier oben machte jedes Wort verständlich. Er hatte gehofft, einfach nur vor sich hin zu glucksen, dass sie nichts begriff. Er wollte nicht darüber reden. Kai hatte ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Ehrlichkeitssache, nur lügen konnte er genauso wenig. Nicht, ohne dass Elena es früher oder später selbst bemerkte und umso wütender wurde, wenn sie seine 'Schandtaten' von jemand Anderem als ihm hörte.

@Elena Gilbert

zuletzt bearbeitet 16.05.2016 17:04 | nach oben springen

#4

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 16:34
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Seine Worte erklangen und Elena zog eine Augenbraue hoch, denn die Skepsis war ihr anzusehen und sie wusste, dass ihr Kopf dies nicht kaputt machen würde, weil sie einfach vorsichtig war und so sah sie ihn etwas verdattert an, denn es schien beinahe so, als würde er ihr Vorwürfe machen wollen und das konnte Elena ja nun gar nicht leiden, weshalb ihr Blick ernster wurde, bevor sie das Wort ergriff. Kai, mein Kopf macht nichts kaputt, ich bin nur verdammt vorsichtig, denn ich weiß ja nicht einmal, wer du genau bist." sprach Elena ehrlich und sah weiterhin zu dem jungen Mann, ehe dieser sich ebenfalls im Auto niederließ und sie bereits losfuhren. Nochmals seine Stimme vernehmend, schluckte sie und ergriff nochmals das Wort. "Ganz gleich, was ich denken werde, ich muss mit dir reden. Du musst mir erzählen, was in deiner Vergangenheit geschehen war, wenn du willst, dass ich hier bleibe. Dir vertraue und weiterhin die Zeit mit dir genieße. Denn du hast es versprochen." fügte Elena nun nochmals mit an und ließ wieder die Stille zwischen ihnen wirken, bevor sie abermals die Stimme von dem jungen Mann in ihren Ohren wahrnehmen konnte und auf diese reagierte. "Ja, das ist richtig und ich muss sagen, ich bin ganz deiner Meinung und sicher hat unsere Vergangenheit nichts mit uns zu tun, aber dennoch haben wir einander ein Recht darauf, die Vergangenheit des Anderen zu erfahren." fügte sie mit etwas Nachdruck an, während sie schließlich weiter entlang liefen und Kai mit jedem Schritt langsamer zu werden schien. "Warum wirst du immer langsamer? Wovor hast du Angst? erkundigte sich die Dunkelhaarige, ehe sie ihren Blick wieder auf Kai richtete und dessen Worten abermals Folge leistete. "Einverstanden, ich werde warten und dir dann folgen." stimmte sie ihm noch zu und blickte ihm nach, wie der attraktive Jüngling das Dach hinauf kletterte und der jungen Frau grünes Licht gab. Elena sah sich nochmals suchend um, ehe sie vorsichtig und langsam die Leiter hinauf stiefelte und oben angekommen, sich neben ihm sinken ließ. Ihren Blick über den Schrottplatz schweifend, ehe sie ihn wieder zu Kai richtete und diesen erwartungsvoll ansah. "Ich möchte Alles wissen." kam es weiterhin über die wohlgeschwungenen Lippen der jungen Frau, während diese ihren Blick von Kai abwandte und hinauf gleiten ließ. Dort erblickte Elena die wunderschönen Sternenbilder, welche ihr wahrlich gut gefielen und ein beruhigendes und sicheres Gefühl schenkten. Dennoch vergaß sie sein Versprechen nicht und so ließ sie ihren Blick wieder senken, als Kai das Wort ergriff. "Ich sag doch, das ist nicht übel, aber du warst ja anderer Meinung, aber hey, nun sind wir hier und können uns ganz unserem vorherigen Gespräch widmen." Ja Elena würde nicht locker lassen, ganz gleich, was Kai auch versuchen würde, selbst, wenn er sie abermals küssen würde, würde sie dies nicht unterlassen und wieder nachharken, dessen war sich die hübsche Frau mehr als sicher. "Also komm, schieß los, erzähl mir, was damals war, erzähl mir, was du gemacht hast, weshalb sie dich isoliert von Gott und der Welt haben. Du willst doch, dass ich hier bleibe oder bin ich dir so egal?" kam es nun doch etwas kesser über ihre Lippen, denn Elena wollte alles wissen, sie wollte ihn und seine Vergangenheit kennenlernen, wie sie reagieren würde, wenn seine Wahrheit ans Licht kam, das wusste die Brünette nicht und doch versuchte sie gelassen zu bleiben und hoffte mehr denn je, dass er endlich los sprechen würde, was wirklich geschehen war. Denn es war das, was der jungen Frau auf der Zunge brannte und deshalb sah sie ihn erwartungsvoll an und ließ einen kühlen Windhauch wahrnehmen, der gerade vorüber zog.

@Kai Parker

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#5

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 18:07
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 11


Kai blickte zu ihr, presste seine Hände an seine Knie, um sie nicht nach ihren Handgelenken zu greifen und diese zu zerquetschen, damit sie nicht floh, wenn es raus war. Es war ihm nicht peinlich, aber er kannte ihre Moralvorstellungen. Und ihre und seine waren unvereinbar. Er war für die Welt böse, sie war gut. Das Schwarz-Weiß-Denken hatte ihn schon immer angekotzt. Die Welt bestand aus einem Wechselspiel zwischen geben und nehmen. Kai unterdessen, nahm sich, was er wollte und gab nichts zurück, seitdem ihm genommen wurde, was seit seiner Geburt rechtmäßig ihm gehört hatte. “Ich will nicht, dass du gehst.”, antwortete er, lachte heiser. Aber er musste da durch. Erst dachte er, er könne es so machen, als würde ihm ein Pflaster abgezogen werden. Schnell und schmerzlos. Aber sie musste alles wissen, sonst würde sie nicht locker lassen. Kai hatte sich nie wirklich geöffnet, nicht einmal gegenüber seiner Schwester, erzählt, was ihn zu welcher Tat getrieben hatte. Es hatte nie jemanden interessiert. Er wurde nie nach seiner Meinung gefragt, hat gelernt laut und nervtötend zu sein, um irgendeinen Grad an Aufmerksamkeit von seiner Familie zu bekommen. Die Alkoholexzesse während seiner Jugend waren eine Methode, die viele verwirrte Kinder auf der Schwelle zum Erwachsenwerden anwendeten, damit ihre Eltern ihnen mehr Beachtung schenkten und sie in die richtige Richtung zwängten. Aber seine Eltern - vor allem seinen Vater - hätte es höllisch gefreut, hätte sich sein Bengel irgendwann zu Tode gesoffen. “Du bist doch mit den Bennetts befreundet.” Er rollte - allein schon vom Namen angewidert - mit den Augen. “Der ganze Clan gehört zu einer uralten Blutlinie von Hexen und Hexern. Ich genauso. Mein sogenannter ‘Clan’ ist der Gemini-Zirkel. Die Parker-Familie ist die führende Familie” Er schluckte. Sie hielt das alles sicherlich für kompletten Unsinn. “Du glaubst, ich verarsch dich oder?”, schmunzelte er schmählich. “Warte kurz” Er stand auf und stolperte zu dem Rand des Hauses, über dem ein Ast einer alten Eiche baumelte. Die Art von Siphoning - aus der Natur - hatte er noch nie gemacht, aber es war alt bekannt, dass Magier mit den vier Elementen verbunden waren. Die Zweige waren morsch und nass. Perfekt. “Bin gleich da, ich zeig’s dir einfach” Er kam mit einigem Gesträuch wieder zurück und setzte sich. Im Schneidersitz ließ er Zweige vor sich fallen, darauf achtend, dass sie nicht die Seite des Daches herunterrollten. Aus seiner hinteren Hosentasche fischte er ein gelbes Feuerzeug des Mannes, den er lahmgelegt hatte, mit der Aufschrift ‘Atomic bombs? No thanks’. Kernkraftwerke gab es also immer noch, so viel hatte sich gar nicht verändert. Die Form des Feuerzeuges war dennoch prekär. Ein rundes Gestell hatte er nie gesehen, normalerweise waren sie eher rechteckig geformt. Kai zuckte mit den Schultern und fand sich damit ab. Es machte eh keinen Unterschied und war in dieser Situation mehr als unwichtig. Er zündete die Blätter und das Geäst an und ließ den Wind den Rest machen. Seine Hände wanderten in weichen, fast tänzerischen Bewegungen um die Flammen, während er “Ignis. Aer. Aqua. Et vis terrae”, murmelte. Feuer, Luft, Wasser und Kraft der Erde. “Ignis. Aer. Aque. Et vis terrae”, säuselte er diesmal. Etwas lauter, konzentrierte sich auf die Zusammenarbeit der Kräfte, aus denen die Kräuterhexen im Mittelalter ihre Kräfte schöpften. Kai selbst hatte keine Eigenen. Aber er hatte die Möglichkeit die der Natur zu stehlen, wenn auch nur für kurze Zeit. Der Siphoner spürte das Knistern seiner Finger, als er die Energie in sich aufnahm, sich etwas gestärkt fühlte. Es würde nicht genug sein, aber es würde ausreichen, um sie verstehen zu lassen. Als die Flamme verkohlt war und das letzte Bisschen an Kraft ausgeschöpft war - für Kais Verhältnisse viel zu wenig - nahm er das Feuerzeug in seine linke Hand legte es auf die Handfläche seiner ausgestreckten rechten Hand, damit Elena den nächsten Effekt besser beobachten konnte. “Unda!”, rief er und wiederholte es einige Male. Schwebe! Und schließlich stieg das Feuerzeug einige Meter in die Höhe. Kai hatte nicht viel Zeit. Seine Kräfte schwanden. “Arde!” Brenne!, knurrte er tief in seiner Kehle und grinste verschmitzt, als der Brennstoff sich lichterloh über ihren Köpfen entzündete. Das Plastik zersprang, dass die brennenden Gase sich verbreiten konnten und einen zweiten glühenden Sternenhimmel vor seinen und Elenas Augen schufen. Und nach einigen Minuten war es schließlich vorbei, die Einzelteile kamen auf dem Dach auf und fielen zwei Stockwerke hinab auf den modrigen Boden. “Elena?”, fragte er in die darauffolgende Stille. Es war wichtig, dass sie wusste, was er war, bevor er weitermachen konnte. Dennoch wollte er es lieber dabei belassen. Vielleicht reichte es ihr, vielleicht auch nicht. Vielleicht hielt sie ihn für einen Freak, vielleicht war sie nicht besonders überrascht, wenn sie eine Hexenfreundin hatte. Oder diese hatte es ihr noch nicht erzählt.

@Elena Gilbert

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#6

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 18:38
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Stille herrschte für einige Momente zwischen den beiden, ehe Kai diese durchbrach und seine Stimme sehr dünn rüber kam und so griff die junge Frau nach seiner Hand und blickte ihm tief in die Augen. "Wenn du nicht möchtest, dass ich gehe, dann erzähle mir die komplette Wahrheit und nicht nur einen Teil." forderte Elena alles ein, was sie interessierte und doch verstummte sie kurze Zeit später wieder, und genoss die Stille, während ihr Blick auf den Himmel gerichtet war und sie die Sternenbilder an diesem beobachtete. Doch nach einiger Zeit ergriff @Kai Parker wieder das Wort, weshalb die Brünette ihre Ohren spitzte und ihn weiterhin interessiert und abwartend anblickte. "Ja, das bin ich und Bonnie ist meine Beste Freundin, weshalb ich auch weiß, dass sie eine Hexe ist." stimmte die Dunkelhaarige dem jungen Mann zu und lauschte weiterhin dem Klang seiner Stimme, denn sie war sehr interessiert an seiner Geschichte, doch bisher schien es nicht weiter schlimm zu sein und doch musste da mehr hinter stecken, weshalb Elena einfach erst einmal seinen Ausführungen folgte. "Da Bonnie auch eine Hexe ist und ich bereits erfahren habe, dass es auch Vampire und Werwölfe geben soll, kann ich mir dies sehr gut vorstellen und denke nicht, dass du mich verarscht, im Gegenteil, ich finde es interessant." gestand Elena, während ihre Hand noch immer die seine hielt, doch langsam löste sie dies und beobachtete die Taten des jungen Mannes. Seine Worte nicht verstehend, konnte sie nur das Schauspiel verfolgen und lächelte währenddessen und nach dem er mit seiner Vorstellung fertig war, übernahm die junge Brünette die Führung des Gespräches. "Das ist interessant und ich finde es wirklich gut, dass du sowas kennst, aber das ist doch nicht alles." gab die Braunhaarige nun von sich und blickte weiterhin zu dem jungen Mann, welcher doch versuchte, dass sie locker ließ, aber dies tat die hübsche Frau nicht. Denn sie wollte alles wissen und so erklang sehr leise sein zögerliches ´Elena`weshalb sie abermals das Wort ergriff. "Was ist denn Kai?" erkundigte sich die Brünette und sah ihn ernst und noch immer völlig erwartend an. "Kai, habe keine Angst, ich werde dich nicht hassen, dich nicht verabscheuen, ich möchte nur die Wahreit erfahren und das heißt, ich möchte den eigentlichen Grund in Erfahrung bringen, warum du solange isoliert wurdest und warum du so skeptisch bist oder eher gesagt, warum du so zögerlich bist. Vermutlich ist deine Vergangenheit schlimmer, als ich es mri erträumen lassen kann." sagte nun die junge Frau, während ihr Blick einfühlend und ihre Stimme sanftmütig war, denn sie hatte Angst vor der Wahrheit und doch wollte sie ihn nicht für etwas abstempeln, wo sie keine Hintergründe für hatte und so wurde sie wieder ruhiger, während ihr Herz schneller zu schlagen begann, wahrscheinlich aus Nervosität, ihr erster Eindruck von dem jungen Mann könnte zerstört werden, aber vielleicht hatte sie auch einfach Angst, es könnte gefährlich sein mit ihm hier zu sein, mit ihm Zeit zu verbringen und Gefühle für ihn zu entwickeln, vielleicht würde die Brünette daran zugrunde gehen, sie wusste es nicht, aber sie wollte diesen jungen Mann auch nicht aufgeben, ganz gleich, was er ihr gleich offenbaren würde, Elena wollte tapfer bleiben und so hielt sie nun wieder seine Hände in den ihren, während ein Schauer ihren Körper durchfuhr und ihr Blick standhaft an dem seinen haften blieb.

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#7

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 20:22
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 12
"The Revelation"


Er atmete tief ein und aus. Jetzt lag es an ihm, ob er weiterhin ehrlich war oder nicht. Es war krass zu hören, dass sie mit Vampiren befreundet war, wenn in seinem Zirkel der Verkehr mit solchen Kreaturen und auch Werwölfen, von denen er bisher nur in Märchen gehört hatte, strikt verboten war. Kai musterte sie näher und verstand, warum sie die vorigen Male, wenn er über Magie gewitzelt hatte, keinerlei Anstalten gemacht hatte, sich weiter zu erkundigen oder ihn für verrückt zu erklären. Er verstand auch, dass sie ihn schon für längere Zeit für einen Hexer gehalten haben musste - seit er die beiden Polizisten hatte ohnmächtig werden lassen, vor ihren Augen, mindestens. Aber die anfängliche Überraschung ebbte schnell ab und verformte sich zu etwas anderem. “Nein, das ist es nicht”, murmelte er, die stille Umgebung selbst ein Flüstern zu lautem Geschrei in seinen Ohren werden lassend. Es war mehr als unerwartet, dass sie seine Art der Magie als ‘interessant’ empfunden hatte. Wenn sie übernatürliche Wesen kannte, dann musste sie doch wissen, dass seine Art als abtrünnig angesehen wurde. Vielleicht wurde er aber auch nie in den Geschichtsbüchern der Magie und Zauberei erwähnt. Letzteres war sogar wahrscheinlicher. “Ich hab keine eigene Magie, Elena”, erzählte er weiter. “Ich muss sie entweder anderen Hexen stehlen oder bestehende Zauber einsaugen. Wenn ich die vier Elemente zusammenbringe, kann ich für kurze Zeit auch daraus Kräfte schöpfen” Er blickte zu Boden, die Stelle des Daches in Augenschein nehmend, auf der vorher Zweige gebrannt hatten. Zurückgeblieben war nur ein schwarzer verkohlter Fleck. Hexen und Hexer sollten Pflanzen die Natur zum Gedeihen verhelfen, sie nicht wie er zerstören. Aber seine Rasse - und er kannte keine Weiteren seiner Art - war eben anders. “Ich bin ein Siphoner”, erklärte er weiter und räusperte sich kurz, bevor er fortfuhr, Elena dabei nie in die Augen schauend, um sich besser konzentrieren zu können. “Meine Zwillingsschwester Josette und ich waren das älteste Zwillingspaar und somit die Nachfolger meines Vaters. Wir sollten die Position der Anführer übernehmen, sobald wir beide 22 wurden. Dafür gibt es ein ganz wichtiges Verschmelzungsritual, in dem die Zwillingsgeschwister gegeneinander antraten und nur einer von beiden überlebt. Der andere übernimmt einige Charakterzüge seines Zwillings und erhält auch dessen Kräfte. Klingt makaber, aber macht uns als Klan umso stärker. Mein Vater hat mich für ein Monster gehalten, weil ich keine eigene Magie besitze. Sobald ich sie zum Beispiel meiner Schwester abgesaugt habe, hat es ihr immer wehgetan und sie hat total überdramatisiert nach Papa Parker gerufen und gemeint ich täte ihr weh...” Entnervt rollte er mit den Augen. Jo war manchmal ein kleines Biest gewesen, wenn sie wollte. “Ich wurde verprügelt und irgendwann hab ich’s verstanden, nen Ekel gegenüber anderen Menschen aufgebaut.” Er lachte. “So von wegen Typ mit Zwangsstörung: Ihhh Bakterien, fass mich nich an! Hatte ganz schlimme Berührungsängste, bis ich 13 war oder so” Seine Miene wurde wieder ernster. “Mein Dad wollte nich wahrhaben, dass ich irgendwann seine Position übernehmen könnte. Deshalb sind wir eine rieeeesengroße Familie geworden” Er benutzte seine Arme, um zu verdeutlichen, dass sein Vater echt viel Zeit damit verbracht hatte, seine Mutter immer wieder zu schwängern. Bei dem Gedanken verzog Kai kurz angeekelt das Gesicht, bevor er fortfuhr. “Am Ende hat Joshua es geschafft, nochmal Zwillinge mit meiner Mutter zu zeugen. Jo und mir wurde unsere Chance dadurch genommen” Er biss auf seine Unterlippe, um nicht hasserfüllt zu fluchen, atmete tief ein uns aus. “Ich war unglaublich wütend, du kannst dir gar nicht vorstellen wie wütend” Und wie sie es nicht glauben können würde, sobald er es ihr endlich sagte. “Ich hab meine Geschwister aufwachsen sehen und sie gehasst. Weißt du, das Ding war, dass unsere Eltern keine Zeit für ihre Kinder hatten. Gemini-Business und sowas. Deshalb mussten Jo und ich uns um die Kinder kümmern. Irgendwo hatte ich noch einen dummen kleinen Hoffnungsschimmer, dass wir zumindest bis das zweite Zwillingspaar - Liv und Luke - 22 wurde, die Führung übernehmen könnten. Aber mein Dad hatte andere Pläne. An meinem Geburtstag hatten er und einige andere seiner Untertanen beschlossen, mich zu töten, bevor ich die Chance hätte, mit Jo das Ritual zu vollziehen. Sie wussten innerlich wahrscheinlich, dass ich stärker sein würde als sie, weil ich geboren wurde, um Magie an mich zu reißen. Weißt du, wovor sie am meisten Angst hatten? Dass ich ihr Leben in meinen Händen halten würde. Denn die Leben aller Mitglieder unseres Zirkels sind an dessen Anführer gebunden. Stirbt der Anführer, sterben auch alle Mitglieder” Ein dicker Kloß formte sich in seinem Hals, dass er einige Minuten nicht mehr sprechen konnte, selbst wenn er es wollte. Kai schaute überall hin, außer zu Elena und stand auf, um sich die Beine zu vertreten. Er zitterte bald am ganzen Körper vor Wut, bemerkte wie auch der Wind mit jeder Sekunde stärker wurde und ihm in die Fresse peitschte. Als würde er sich über Kai lustig machen, versuchen ihn wieder in die Knie zu zwingen. Sein Ausdruck wurde eisern, ein kühles Lächeln auf seinen Lippen, dass seine kalten blauen Augen nicht erreichte. “Mein Hass hatte einige Tage zum gären gehabt. Am Ende hab ich die Sache in meine Hand genommen. Ich wollte Rache. Für die Schläge, für die Respektlosigkeit und für alles, was er mit genommen hatte. Der ganze Sinn meines Lebens war...futsch”, erklärte er, ein Kichern in der Stimme, das dem einer Hyäne glich. “Parasitenbekämpfung ist manchmal zwecklos, Elena”, grinste er, eine Maske der Gleichgültigkeit aufsetztend, wenn er innerlich immer noch hysterisch um sich schlug. “Papa Parker sollte nichts mehr von dem haben, was er so geliebt hatte. Ich wollte ihm alles wegnehmen, egal was ich dafür für Opfer bringen musste. Ich hatte einmal sieben Geschwister. Und ich hatte früher nichts gegen sie. Außer dass sie mich, als sie Säuglinge waren nachts mit ihrem Geschrei geweckt haben. Aber dann, als ich wusste, dass ich sterben würde und sie leben durften. Dass ich starb, obwohl ich nichts verbrochen hatte, außer meinem Dad mein ganzes Leben lang den Arsch zu lecken und die Welt dafür zu hassen, dass ich ausgerechnet in diese Familie hineingeboren werden musste” Er drehte sich endlich zu Elena, nahm ihre Augen mit seinen eisblauen Iriden gefangen. “Vier von sieben habe ich getötet. Und ich spüre auch heute keine Reue. Nenn mich Psychopath, Monster, Bestie, aber ich wollte ihn leiden sehen. Ich wollte auch Jo’s und meinen Zweite-Klasse-Ersatz finden, aber meine Zwillingsschwester hat um ihr Leben so nervtötend gebettelt, dass ich von Liv und Luke abließ und stattdessen einen Pakt mit ihr einging. Wir würden das Ritual sofort vollziehen, bevor Daddy die Chance hatte, mir etwas anzutun. Aber sie musste ihm irgendwie Bescheid gegeben haben, ihn angerufen haben oder einen Zettel hinterlassen haben" Er holte kurz Luft, bevor er weiter sprach. "Kommen wir zu den Bennetts. Sheila war lange Zeit meine Erzieherin gewesen und hatte versucht meine Magie nicht mit Schlägen herauszukitzeln, als ich elf war, sondern mit einer einfacheren Taktik - Meditation. Und so gütig wie sie war" Er lachte laut. "hatte Sheila ihn darum gebeten, mich nicht zu töten, sondern auf ewig wegzusperren und händigte ihm einen uralten Bennett-Zauber aus. Man Vater hat eine kleine Gemeinschaft versammelt, um diesen Zauber auf mich anzuwenden. Nachdem Josette mich rausgelockt hatte, kamen sie alle mit ihrem Wushuwushu-Scheiß. Jo hatte ihre Magie irgendwo gelagert und versteckt, damit wir das Ritual nicht vollziehen konnten. Sie alle zusammen verbannten mich in eine Art Parallelwelt, in der ich denselben Tag immer und immer wieder erleben sollte. Als Strafe für meine Schandtat” Und spätestens jetzt musste man das kranke Funkeln in seinen Augen bemerkt haben, das nach einem ganzen Leben aus Erniedrigung und Hass entstanden war. “Dort hab ich dann mehr als 15 Jahre meines Lebens verbringen müssen. Ich konnt nicht altern, konnt nicht sterben, mit niemandem reden. Nichts! Und weißt du, warum ich nicht komplett durchgedreht bin? Weil’s nichts Neues für ein Biest wie mich war, allein zu sein”, zischte er, seine Augen glühend vor Abtrünnigkeit und Zorn. “Hast du auch Angst vor dem Monster, Elena?” Sein Körper verlor an Anspannung und sein elektrisierender Blick verließ wieder Ihren, schwermütig auch die letzten Lichter der Einfamilienhäuser von Mystic Falls erlöschen sehend. “Ich hab dir gesagt, dass ich eher Wolf als Welpe bin”, endete er seinen Monolog. Und er wartete nur darauf, nachdem er zehn Minuten nur seiner eigenen gelauscht hatte, wieder ihre Stimme zu hören. "Sag irgendwas!", rief er entrüstet und sah in den Himmel. Die Sterne hatten schon immer gewusst, wer er sein würde. Sie hatten ihn geformt. Sie hatten ihm das Recht gegeben zu leben und die Sterne würden es ihm wieder nehmen. Aber im hier und jetzt - war die Abtrünnigkeit am Leben.

@Elena Gilbert

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#8

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 21:59
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Ihre Aufmerksamkeit auf den jungen Mann gerichtet, vernahm sie all seine Worte, welche den Weg in ihre Ohren fanden und ob Elena das nun hören wollte oder nicht, sie bestand darauf, dass er ihr alles erzählen würe, alles bis auf die letzte Kleinigkeit, weshalb Elena seinen Worten solange Folge leistete, bis sie schließlich zwischen drin zu ihm sprach. "Nun ja, anderen Hexen stehlen, ist wirklich nicht fair, aber aus den vier Elementen deine Kraft heraus holen, das ist doch dann eher weniger schlecht. Klar, es ist nicht Sinn und Zweck der Sache und sicher sollte man dies auch nicht tun. Aber das ist noch kein Punkt, weshalb ich dich hassen könnte oder sollte ich dies?" kam es ehrlich über ihre Lippen, ehe sie wieder verstummte und einen Moment lang ihren Blick über den Platz schweifen ließ, bevor sie ihren Blick wieder in seine Augen wandte und aufmerksam seinen Worten folgte. Ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet, wurde sie nun allmählich nervöser, denn sie hatte Angst, irgendwo in ihr stieg die Furch auf, denn was wäre nur, wenn er sich wahrlich als Monster heraus stellen würde?! Es wäre etwas, was die Brünette nicht verkraften würde, so viel stand schon einmal fest, doch dann durchbrach Kai wieder die Stille und ihre Augen wurden größer. "Das ist eine schlimme Tradition, die ihr dort verfolgt, warum muss man so etwas tun?! Warum muss man seinen Zwilling opfern, um den Zirkel anführen zu können, das ist eine Schandtat und es sollte verboten sein. Wenn nicht sogar bestraft, denn dies ist einfach nicht fair gegenüber dem Leben und des Respektes." sprach Elena ehrlich und völlig entsetzt, wie man solch eine Tradition aufrecht erhalten konnte, sicher, es machte stärker, aber wieso sollte man jemanden umbringen, mit dem man 22 Jahre lang zusammen gelebt und geliebt hatte. Sowas war doch einfach nur krank in den Augen von Elena. Daher schluckte sie schwer, ehe sie abermals verstummte und weiterhin den Ausführungen von Kai folgte. "Ein Vater, der sein Kind schlägt oder Ähnliches, sollte selbst das Leid ertragen, denn wenn man einander liebt, tut man dies nicht. Ich bin entsetzt, dass ein Mensch so sein kann, auch wenn er ein Hexer ist und der Anführer Eures Clans, das darf einfach nicht sein." entgegnete die Dunkelhaarige nun noch entgeisterter und hatte wahrlich damit zu tun, dass er solch einen Vater hatte, denn so konnte die Kindheit nicht besser werden. Also spitzte die junge Frau wiederum die Ohren und lauschte weiterhin dem Klang seiner Stimme, die erneut den Weg in ihre Ohren fand. Völlig neben sich und wahrlich schockiert über die Geschichte und die Tradition dieser Familie, hatte Elena stark mit sich zu kämpfen, nicht aus der Haut zu fahren, doch als Kai sich erhob und nervös hin und her stolzierte, wurde die hübsche Frau stetig nervöser, denn auch dies schien noch nicht die ganze Wahrheit zu sein, weshalb Elena wieder schwer schlucken musste, bevor sie dann jedoch weiterhin dessen Worte hörte. Schwer schluckend, wusste die Brünette nun nicht mehr, was sie sagen sollte, denn seine Taten waren hart und schmerzend durchzogen sie ihren Körper und ihre Gefühle, sowie ihre Emotionen, doch kontrollieren konnte sie dies nicht, denn auch die Wut stieg in ihr hinauf und am liebsten wäre die Dunkelhaarige ausgerastet, aber wiederum hatte der Jüngling eine solch schlechte Kindheit, dass man ihm seine Wut nicht verübeln konnte. Sicher, es war hart und Elena hatte recht schwer zu schlucken, aber was sollte sie tun? Würde er es wieder tun? Würde er gar ihr etwas antun? Die braunhaarige Schönheit konnte sich keine Antwort geben, weshalb sie abermals schwer schluckte, bevor sie schockiert zu ihm sah. Er forderte sie auf, etwas zu sagen, aber Elena konnte es nicht, denn sie wusste ja selbst nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollte und doch war er zu ihr so liebevoll und einfühlsam, dass sie sich nicht vorstellen konnte, dass er jemals wieder eine solche Tat vollziehen würde. Dennoch versuchte die Brünette sich zu sammeln und blickte ihn noch immer völlig entgeistert in seine wunderschönen eisblauen Augen, während sie nach den richtigen Worten ringte und begann los zu stammeln. "Ich...Ich weiß...oh Gott, um ehrlich zu sein...ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll." gestand die dunkelhaarige junge Frau erst einmal und hielt inne, während sie ihren Blick wieder abwandte und hinunter blickte. Sollte sie vielleicht sogar von dannen ziehen?! Es wäre eine Art Flucht und wiederum hatte sie versprochen, ihn nicht abgründig zu hassen, aber konnte Elena an ihrem Versprechen festhalten, auch dies war eine Frage, die sie selbst nicht beantworten konnte, doch versuchte sie weiterhin die richtigen Worte zu finden. "Ich habe dir versprochen dich nicht zu hassen. Aber ich kann auch nicht so weiter machen wie zuvor." stammelte die Dunkelhaarige weiterhin vor sich hin, während sie immer wieder pausierte und ihre Ausführungen stoppte. Vermutlich brauchte sie die Ruhepausen selber, um klar denken zu können, daher versuchte sie einen dritten Versuch, um ihre Worte zu verpacken und an ihn zu wenden. "Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass du eine grausame Kindheit hattest und sicherlich auch immer als Außenseiter betitelt und behandelt wurdest, und sicherlich hat dein Vater viele Fehler gemacht, weshalb du zu diesen Taten gedrängt wurdest, doch so sehr in deinen Augen der Hass und die Wut niedergeschrieben war, so sehr kann ich irgendwo nachvollziehen, dass du der Meinung warst, so handeln zu müssen, aber deine Geschwister konnten nichts für Euren Vater, weshalb du sie niemals hättest um ihr Leben bringen dürfen. Denn auch wenn er dich töten wollte, so hättest du besser sein müssen als er." wieder schluckte die Brünette, denn es fiel ihr wirklich nicht leicht, auf der einen Seite Verständnis aufzubringen und auf der Anderen Seite an dem festhalten zu wollen, was sie von Anfang an in dem jungen Mann sah, daher holte Elena nochmals tief Luft, bevor sie das Wort zum letzten Mal ergriff. "Ich will dich dennoch nicht alleine lassen, so sehr ich auch gegen deine Taten und deinem Verhalten bin, desto mehr möchte ich dennoch an dem jungen Mann festhalten, den ich in deinen Augen von Anfang an gesehen habe. Eine hilfesuchenden und einsamen jungen Mann, welcher jegliche Nähe nicht ertragen kann und doch versuchte diese zu zu lassen. Du gabst mir das Gefühl, dass ich dir etwas bedeute und diesen Halt möchte ich dir nicht nehmen, denn auch wenn ich dich zurecht weisen wollte, ich kann dich nicht hassen, denn mein Verstand ist zwar der Meinung, ich sollte die Finger von dir lassen, aber mein Herz widerspricht und so schlimm das Ganze auch war, jetzt kannst du ein neues Leben anfangen, ein neuer Mensch werden, du musst nicht mehr so böse sein, du musst solche Taten nicht mehr machen, im Gegenteil, du kannst komplett neu anfangen und ich werde dir helfen den richtigen Weg zu finden und einzuschlagen. Sofern du mich lässt." sprudelte es nun aus ihr heraus, denn Elena ließ ihr Herz sprechen, auch wenn es der jungen Frau wahrlich schwer fiel, so wollte sie ihn nicht aufgeben und hoffte innigst, dass Kai ihre Hilfe annehmen würde und sie nicht für verrückt erklären würde, auch wenn sie dies vermutlich war, denn sie vertraute ihm trotz allem und hielt an das Gute in ihm fest, so schwierig das komplette Paket auch sein würde, sie wollte darum kämpfen, sie wollte dem ganzen eine Chance geben, auch wenn all ihre Freunde sie ebenso für krank erklären würden und vorallem ihr Bruder @Jeremy Gilbert würde die junge Frau vermutlich zurecht weisen wollen, doch Elena ging schon immer ihren eigenen Weg und so würde sie dennoch stets an @Kai Parker und sein Herz festhalten, denn tief in seinem Inneren hatte auch er ein Herz, dessen war sich die Brünette mehr als sicher und sah nun erwartungsvoll zu dem jungen Mann, welcher ihr doch so viel bedeutete, dass sie selbst nicht wusste, wie sie dies alles beschreiben sollte.

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#9

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 16.05.2016 23:31
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 13


Ihr entgeistertes Gesicht, die entgleisten Gesichtszüge - er hätte am liebsten seine Augen fest verschlossen, um nicht beobachten zu müssen wie die erste Person, der er sich vollends anvertraut hatte, vor seinen Fängen floh. Kai wollte, dass sie bei ihm blieb, selbst wenn ihm Berührungen zeitweise so zuwider gewesen waren, dass er sich früher manchmal nur jemandem genähert hatte, wenn er demjenigen Schmerzen zufügen wollte, weil er Hautkontakt mit Kreischen und Schreien verbunden hatte. “Elena, bitte irgendwas...”, sprach er weiter, machte einen Schritt zurück, um ihr Raum zu lassen. Es schien fast wider der Natur zu sein, sich von ihren feurigen Augen zu entfernen, wenn er sie am liebsten fest umklammern wollte, um sie nicht gehen zu lassen. Denn er war selbstsüchtig, berechnend, rabiat. Eigennützig. Nur wollte er nicht, dass Elena unfreiwillig bei ihm war. Der Engel sollte sich entscheiden, ob er wirklich seiner wert war oder Kai sich bezüglich sich und seinem Recht auf Sicherheit täuschte. Ein Hämmern in seiner Brust begann, pumpte Blut in Strömen durch seinen Körper, dass er vor Aufregung seinen Atem anhielt. Mit jedem Herzschlag verdüsterte sich ihr Blick weiter. Aber sie blieb ruhig - fast schon zu ruhig.

Und endlich, als Kai es fast aufgegeben hatte, sprach sie, ihre Stimme wie Honig in seinen Ohren zerfließend. Er hörte Elena aufmerksam zu, beobachtete ihre Reaktionen, verfolgte jede einzelne ihrer Bewegungen. Ihre unglaubliche Empathie umhüllte ihn wie ein Kokon. Er schöpfte Kraft. Ein fremdes, angenehmes Gefühl legte sich über seine Schultern. Diese schwere Last war verschwunden, die Müdigkeit verebbt. Dieser innere Tumult war immer noch da, aber schwächer als zuvor. Klar, würde er am liebsten seinem Vater eine Bombe um den Bauch schnallen und beobachten wie dessen Gedärme durch die Luft spritzten. Er wollte keine Macht, keine Anerkennung von Leuten, die ihm nichts bedeuteten. Er wollte Rache, seine eigene Vendetta. Kais Ehre als Einziger seiner Art wurde verletzt, Joshua sollte Buße tun. Papa Parker hätte nicht gegen den Teufel in einem Spiel antreten sollen, denn der Teufel siegte immer gegen diejenigen, die genauso gottlos waren wie er selbst. Er schritt wieder auf sie zu und setzte sich auf seine Knie, beugte sich zu ihr vor. Seine Fingerspitzen prickelten mit dem Wunsch sie wieder zu berühren, ohne dass sie beide zusammenzuckten. “Komisch. Wir kennen uns seit einem Tag”, begann er schmunzelnd, ein leichter Windhauch seine Grübchen herauskitzelnd. “Fühlt sich aber an, als wärst du schon immer hier gewesen” Seine Augen wanderten gen Himmel, einige Sterne verschwanden hinter dichten Wolkendecken. Er bemerkte wie kühl die Luft wurde, eisiger Wind peitschte unruhig gegen sein Gesicht. “Dann halt an mir fest”, antwortete Kai, traute sich endlich ihre Hände zwischen seine zu nehmen und bemerkte erst jetzt, dass sie komplett blutleer und abgefroren waren. Hastig ließ er ihre Finger los, zog die dicke Jacke seiner Uniform aus und reichte sie ihr. “Du hast mich gebeten, dich nicht zu enttäuschen, Elena”, rief er sich und ihr ins Gedächtnis und schluckte schwer. Einzelne dunkle Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht, zögerlich strich er sie ihr aus dem Blickfeld hinter ihre Ohren und raunte in die Stille. “Bist du enttäuscht?” Es war, als würde ihre Haut ihn verbrennen, je länger er darauf verharrte. Sofort zog er seine Hände zurück an seine Seiten und ballte feste Fäuste. Am Horizont konnte man schon glutfarbene Lichtstrahlen erkennen. Überrascht stellte er fest, dass sie die ganze Nacht zusammen verbracht hatten und noch überraschter war er über die Tatsache, dass die Stunden mit ihr für ihn zu kurz gewesen waren, die Zeit ihm einen Streich gespielt hatte, Uhren viel zu schnell tickten, als dass sie ihm genug Zeit im Hier und Jetzt geben wollten. Der Himmel würde sich bald blutrot färben und trotzdem gab es noch so viel, worüber sie nicht gesprochen hatten. Und ob sie es wollte oder nicht, war sie die einzige Person, zu welcher er jemals hundertprozentig ehrlich gewesen war. Er entwickelte in hastigen Schritten eine Manie nach ihr, ein unstillbares Fieber, die Hitze seines Körpers gierig die Krallen nach ihrer Wärme ausstreckend, um sie zu verschlingen. Vielleicht war er wirklich der Wolf und sie das Rotkäppchen. Aber dieses Rotkäppchen war anders als das in der Geschichte der Gebrüder Grimm. Dieses Rotkäppchen konnte den wild gewordenen Wolf mit ihrer Präsenz für einige Momente zur Ruhe bringen. Sie veränderte ihn nicht, sie zog nicht an seinen Ohren, stach nicht seine Augen aus. Sie zähmte ihn in ihrer Gegenwart. Und wenn der Jäger kam, um ihn zu erschießen, würde er wissen, dass es jemanden gab, der ihm seine Einsamkeit nahm und versuchte seine Natur zu respektieren. Und in dem Wissen würde nicht der Jäger ihn erschießen, sondern er den Jäger in winzig kleine Stücke zerfleischen. Weil er etwas hatte, woran er festhalten konnte. An der Akzeptanz einer Blutschuld, die die Welt ihm den Rücken kehren lassen hat.

@Elena Gilbert

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#10

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 17.05.2016 13:15
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Kai schien wirklich etwas Angst zu haben, sie könnte sich wirklich von ihm abwenden und auch wenn Elena mit diesem Gedanken für einen Moment gespielt hatte, so brachte es die junge Frau nicht übers Herz, ihn alleine zu lassen, denn sie wusste, dass tief in seinem Inneren ein weicher Kern sein musste, ein Herz, welches sich so sehr nach Liebe und Geborgenheit sehnte, dass er durchaus bereit war sich zu ändern, ein liebevoller Mann zu werden, welcher vielleicht sogar wahre Liebe empfinden könnte. Vielleicht konnte sie sein Herz berühren, erwärmen und für sich gewinnen, irgendwo hoffte es die attraktive Brünette, doch ebenso die Angst machte sich immer weiter in ihrem zierlichen Körper breit, sodass auch Elena ein wenig unsicher war, was sie machen sollte, aber nichts desto trotz wollte sie aus ganzem Herzen an ihm festhalten. Ihn Unterstützen und aus ihm einen wahren Freund machen zu können. Elena beobachtete weiterhin die Handlungen von Kai und auch seine Worte erklangen in ihren Ohren, bevor sie auf diese Worte hin reagierte. "Ja, wir kennen uns seit einem Tag, aber dennoch scheint uns etwas zu verbinden, etwas, was wir beide nicht einordnen oder definieren können." kam es ehrlich und aufrichtig über ihre schmalen Lippen, bevor sie abermals die warme Stimme des Hexers wahrnehmen konnte und ein wenig schluckte. "Du sagst es und ich muss sagen, es ist wahrlich ein komisches Gefühl und dennoch fühlt es sich irgendwie richtig an. Auch wenn mein Verstand meint, es sei falsch, so möchte und werde ich auf mein Herz hören." gestand die dunkelhaarige Schönheit weiterhin, ehe sie wieder verstummte und ihren Blick in den Himmel wandern ließ, an dem nun wirklich einige Sternenbilder zu verschwinden schien, weil sich kleine Wolken vor ihnen platzierte, doch während sie in ihren Träumen und den Sternen versank, erklang abermals die ihr doch so liebe Stimme, welche sie so gerne verfolgte, auch wenn der junge Mann für sie immer noch ein Fremder war, so war es anders. Doch seine Worte ließen sie hellhörig werden und so schluckte sie schwer. "Das sagst du so leicht. So leicht ist es aber nicht. Ich versuche an meinem Herzen festzuhalten, aber mein Verstand sieht es anders." fügte Elena ein weiteres Geständnis mit an, bevor sie die Stile wieder einkehren ließ und erwartend zu dem jungen Mann blickte, welcher zum wiederholten Male das Gespräch übernahm. Sie dachte über seine Worte nach, doch so recht antworten, konnte sie ebenso wenig, denn sie war einfach hin und her gerissen, mit sich selbst im Zwiespalt und doch so sehr zu ihm hingezogen, dass sie ihre Angst versuchte zu unterdrücken, die Gefahr nicht sehen zu wollen und so sprach Elena dann wieder aufrichtig zu ihm. "Kai, ich bin mir nicht ganz sicher. Ich habe dich gebeten, aber ich kann dir nicht sagen, wie es in mir aussieht, ob ich enttäuscht bin oder nicht, denn mein Körper weiß gerade selber nicht, was er machen oder glauben soll. Denn auf der einen Seite fühle ich mich unglaublich zu dir hingezogen, aber auf der anderen Seite, ist es ein ganz schöner Brocken, der deine Vergangenheit gezeichnet hat und der mir schwer im Magen liegt, aber..." die junge Frau ließ ihre Worte für einen Moment so stehen und dachte nochmals darüber nach, was sie gerade gesagt hatte und was sie noch sagen sollte, denn er wollte eine Antwort und so konnte die Brünette nicht anders, als nochmals tief durchzuatmen und wieder einmal das Gespräch an sich zu reißen. "Aber ich denke, ich bin nicht enttäuscht, ich bin eher ein wenig überfordert mit der ganzen Situation. Meine Gefühle nicht deuten zu können und von meinen Gedanken und meinen Emotionen überrumpelt, bin ich ein wenig neben der Spur." gestand dann die junge Frau, dem attraktiven Mann gegenüber, welcher sie immer wieder faszinierte und Gefühle in ihr wachrief. Daher entschloss sich Elena nun dazu, sich ebenso zu erheben und einige Schritte auf Kai zuzugehen. Tief in seine Augen blickend, ergiff sie zum letzten Mal das Wort. "Kai, ich werde dir stetig helfen, bei dir sein und dich nicht mehr alleine lassen, aber bitte verspreche mir, dass du mir nie etwas antun wirst. Mich nie verraten würdest oder gar an mir zu zweifeln, wenn ich einmal nicht an deiner Seite bin." verlangte sie nun von dem jungen Mann, ehe sie die Stimme versinken ließ und ihn einfach nur ansah, während ihre Hände sich selbstständig machten und die seinen in sih aufnahmen. Ihr Blick noch immer gefesselt an den jungen Mann, welcher ihre volle Aufmerksamkeit in diesem Moment genoss.

@Kai Parker

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#11

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 17.05.2016 15:44
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 14


Kai hatte in seinem Leben schon viele Bücher gelesen, einige aus Langeweile, andere, um irgendetwas zu haben, was mit ihm sprechen konnte. Er erinnerte sich an Joseph Joubert, einen französischen Moralisten und Philosophen, der im achzehnten Jahrhundert seine Gedankengänge via Essay kundgegeben hatte. ‘Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen. Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen’, hatte er einmal gesagt. Kai hatte nie einen wirklichen Draht zur Epoche der Romantik gehabt, aber das Zitat hämmerte auf seinen Schädel ein, während er Elenas Zerrissenheit beobachtete. Und irgendwie verstand er sie, sogar auf rationaler Ebene. Es war zwar schwer, Empathie zu empfinden, wenn man über die Jahre ein Unvermögen zu Altruismus und Mitgefühl entwickelt hatte.

Er musste anders an die Sache rangehen, um auf derselben Ebene wie sie zu stehen. Und er konnte sich vorstellen, was in ihr vor sich ging. Die Wechselwirkung hatte er oft zwischen Schädel und Magen. Sein Kopf verbot ihm zu viel Marmelade zu essen, die Verdauung wäre ein müßiger und teilweise schmerzlicher Prozess - vor allem wenn es sich um die Billige aus Walmart handelte. Sein Bauch hingegen sehnte sich nach mehr, versuchte Kai weißzumachen, dass er mit mehr Energie in den Tag startete, je mehr Zucker er verzehrte. Am Ende stellte er schockiert fest, dass er das gesamte Glas geleert und mit heftiger Übelkeit zu kämpfen hatte. Schockiert schüttelte er in nächster Sekunde den Gedanken ab - er wollte nicht, dass Elena schlecht wurde, weil sie sich für ihn entschieden hatte. Und er wollte sich selbst auch nicht in die Rolle von Erdbeermarmelade begeben. Der Kerngedanke war trotzdem ähnlich. Auf einer Seite wurde Elena dazu gedrängt, die Finger vom Monster im Schrank zu lassen, auf der Anderen zog sie eine unsichtbare Kraft näher zu dem Part an ihm, der noch nicht völlig zerstört worden ist. “Gott sei dank, nicht enttäuscht”, stöhnte er erleichtert, grinste ihr ehrlich entgegen, während sie sich vor ihn setzte und seine Hände in ihre nahm. Sanfte Klänge der Euphorie dröhnten in seinen Ohren. Sie blieb bei ihm. Er konnte es kaum glauben. Sie blieb wirklich bei ihm - und das ohne jegliche Lügen, Manipulation, ohne subtile Drohungen. Elena war aus eigener Entscheidung heraus an seiner Seite. Und er wusste innerlich, dass er sie auch nie hätte korrumpieren können. Er mochte sie, weil sie etwas besaß, was er selbst schon lange verloren hatte: Hoffnung, die reinste Substanz, die einen Menschen bei seinem Schaffen antreiben kann. Und die Brünette besaß so viel davon, dass sie sich teilweise aus ihren Poren zwängte und auf ihr Umfeld übertragen wurde. “Wie kann man deinen Verstand davon überzeugen, dass ich dich wirklich wirklich mag?” Er strich mit seinen Daumen ihre Zeigefinger entlang und beugte sich etwas weiter vor. Und was, wenn er sie dazu verführte, mit ihm zusammen bestialisch zu sein? Ein unangenehmes Gefühl jagte Gänsehaut über seine Arme, seine Nackenhaare stellten sich frustriert auf. Das war das Problem mit dem Gewissen, wenn man es ausnahmsweise einschaltete. Es nagte und nagte. Und irgendwann würde es ihn fressen. Er wollte er sein und sie wollte sie sein. Der Gedanke von Öl und Wasser brannte sich abermals in seinen Verstand. Wie konnte er sich selbst treu bleiben, ohne sie irgendwann zu verletzen? Wie konnte sie sich selbst treu bleiben, ohne aus ihm den Welpen zu machen, den sie im Auto für so niedlich befunden hatte? Er wollte nicht schwach sein. Er wäre nicht er selbst, würde er nach ihren Moralvorstellungen handeln, seine eigenen Ideale in den Hintergrund zu rücken. Und Engel gehörten nicht verführt. “Ich verrat dich nich, versprochen” Ein Wispern, dass in seinen Ohren so laut schallte, dass seine Trommelfelle überspannten. Kai konnte sie nicht anlügen. Deshalb musste er sich darum bemühen, sein Versprechen nicht zu brechen. Selbst wenn er unsicher war - er durfte es nicht zurückziehen. Dafür war es schon zu spät, nachdem er die Worte ausgesprochen hatte. Aber sie stärkte sein Vertrauen darauf, dass er sie in Zukunft nicht enttäuschen würde. Sein Kopf schien wie leer gefegt, während sich sein Gesicht ihrem abermals näherte, um ihr einen sanften Kuss auf ihre unterkühlten Lippen zu pressen, die Hitzewellen in seinen Gelenken auf ihre zu übertragen.

@Elena Gilbert

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#12

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 17.05.2016 16:51
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

"Hattest du ehrlich Angst, ich könnte enttäuscht von dir sein? Gedacht, ich würde dich im Stich lassen, hast du wahrlich geglaubt, ich würde dich verlassen, weil ich nun zu große Angst vor dir hätte? Nein, dem ist nicht so, zu mir warst du bisher nur liebevoll und sehr fürsorglich, als du mir deine Jacke gabst und dich um mich bemühtest." folgten ehrliche Worte über ihre wunderschönen schmalen Lippen, welche so sanft wie Seide waren und sich so sehr nach den seinen verzerrte, doch ließ Elena den Wind vorbei ziehen und die Stille wirken, ehe Kai diese wieder durchbrach und die Brünette ihre Ohren aufspannte und weiterhin den Worte von ihm folgte. "Ich kann es dir nicht sagen, ich möchte dir so gerne glauben und irgendwie vertraue ich dir auch, dass du dass wirklich ernst meinst, aber mein Kopf ist vorsichtig, hat Angst, dass du mir etwas antun könntest, versucht an meine Vernunft zu appelieren, doch dem möchte ich nicht folgen. Ich folge dem Gefühl meines Herzens und dieses steht auf deiner Seite, ganz gleich was einst geschehen war, ganz gleich, wer oder was du bist. Du bist in meinen Augen ein liebenswerter Mann, der gezeichnet von seiner Kindheit und Vergangenheit, dadurch Handlungen eines Bösen vollzogen hat, aber tief in deinem Inneren, bist du einfach nur verletzt und dies kann ich verstehen." versuchte Elena einfühlsame und doch ehrliche Worte auf seine Frage hin zu finden, denn die hübsche Frau, wusste nicht, was sie antworten sollte, denn sie konnte es sich ja selbst nicht erklären und wusste nicht, wie man ihren Verstand davon überzeugen konnte. Doch während sie darüber nachdachte, sah die Dunkelhaarige weiterhin tief in seine eisblauen, wunderschönen Augen blickte und er sich langsam hren Lippen näherte. In ihr stieg währenddessen die Nervosität hinauf, denn so sehr verlangte sie nach seinen Lippen, und doch wollte sie nichts überstürzen, weshalb sie erleichtert war, als Kai das Wort ergriff und an die junge Frau wandte. Sein Versprechen fand den Weg in ihre Ohren und ein Lächeln umspielte ihre wohlgeschwungenen Lippen, ehe sie das Wort an ihn wandte. "Ich hoffe es sehr, dass du das nicht tun wirst, denn dann kann ich dir nicht mehr versprechen bei dir zu bleiben, solltest du mich eines Tages verraten." fügte sie nun ernst mit an und verlieh ihren Wort etwas Nachdruck, damit der Dunkelhaarige verstand, dass sie es wirklich ernst meinte und wieder schluckte sie schwer, ehe seine Lippen, die ihren mit einem sanften Kuss bedeckten. Liebevoll erwiderte Elena diesen und legte ihre Hand dabei an seinen Hinterkopf, um ihm noch näher zu sein und ihn in einen leidenschaftlichen, voller Liebe erfüllten Kuss zu verwickeln. Doch nach einem Moment des Genusses, löste sich langsam die Brünette und ließ ihre Augenlider wieder aufgehen, um abermals in seine schönen Augen zu schauen, die auf der einen Seite voller Unschuld gefüllt waren und auf der anderen Seite doch voller Hass zu sein schienen. So zweideutig sie auch waren, Elena verlor sich nur zu gerne in diese und merkte immer mehr, dass ihre Gefühle dem Jüngling gegenüber wahrlich echt waren.

@Kai Parker

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#13

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 17.05.2016 19:16
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 15


“Warum...Angst? Das klingt so schwach…”
Er zuckte lasch mit den Schultern und erwiderte ihren eindringlichen Blick. Der Himmel färbte sich langsam in ein tiefes violettes Indigo. Einige Vögel begannen noch träumerisch ihre Lieder zu säuseln. Elena musste wahrscheinlich bald nach Hause und ihren eigenen Sorgen nachgehen. Was Kai mit sich selbst in den nächsten Stunden anstellen würde, war ihm noch nicht ganz klar. Innerlich wollte er Josette sehen, war neugierig wie Liv und Luke aufgewachsen waren. Aber Portland war eine zweitägige Autofahrt weit entfernt. Außerdem wusste er nicht, wie er reagieren würde, sobald sie nah genug waren, um von seinen schmalen Fingern zerfetzt zu werden. Es war schon lustig, dass man ihm den Namen Malachai gegeben hatte, der boshafter nicht klingen konnte. Seine Mutter hatte ihn bei seiner Geburt für einen Abkömmling Gottes gehalten – einen Propheten, wenn man so will. Nur die Bedeutung - und die hatte Kai irgendwann gelernt zu verdrängen - ergoss einen kalten Schauer über seine Wirbel. Ironischerweise hatte sie ihn nicht für einen Bösewicht gehalten, als er das Licht der Welt erblickt hatte, sondern erachtete ihn konträr zum Wortlaut für einen Lichtbringer, bevor sie wusste, wer er war. “Ich war mir einige Momente sogar ziemlich sicher, dass du gehen würdest. Es ist nicht leicht eine Person zu verstehn, die sich nich mal selbst richtig entziffern kann. Ich verstehe mich nicht, genauso wenig wie mein Umfeld. Eine Maschine, die trotz ihrer Imperfektionen und entweder fehlenden oder fehl eingesetzten Schrauben als Ganzes funktioniert. Trotzdem versuche ich es. Und das Chaos der Welt in Gedanken zu organisieren fällt schwerer als Teil des Tumults zu sein” Er schnaufte. “Aber du brauchst vor mir keine Angst zu haben. Ich folge lieber dem Steinpfad als genüsslich den Strand entlang zu spazieren. Darauf geb ich dir mein Wort” Kai stockte. Es war vielleicht nicht besonders wertvoll, aber sie würde es anerkennen und wertschätzen, wenn Andere seine Versprechen als weitere giftige Worte der Silberzunge abstempelten. Sein stetiger Begleiter war dennoch sein Ehrgeiz. Er zeichnete ihn durch Zielstrebigkeit und unerschütterlichen Willen aus. Obgleich stur und beharrlich, übte er seine ausgeprägte Durchsetzungsfähigkeit über machthaberische Triebe aus. Seinem Willen hatte er sein Leben zu verdanken. Wäre nicht sein Wille, wäre nicht Kais Atem. “Wenn ich mir etwas zum Ziel gesetzt habe, lass ich mich nich vom Weg abbringen” Und er wollte Elena für sich gewinnen. Erste helle Sonnenstrahlen zertrümmerten die Sternendecke, aber Kai war noch nicht gewillt sie wieder ihrem Leben nachgehen zu lassen. Denn bisher hatte ihr Leben einen Kai Parker nicht mit eingeordnet und würde sie seine Nähe zulassen wie sie behauptete, wäre er der Hauptgründe, wenn ihr Tagesablauf in den nächsten Wochen an Stabilität verlor.

Und wieder brachte er ihre Lippen zu seinen, wollte diesen Moment auskosten, bevor er endete. Dieses Feuer, was seinen Körper umhüllte, sobald ihre Haut seine traf, hatte er noch nie gespürt, wenn sich ihm jemand genähert hatte. Berührungen hatten für ihn zwar immer Sinn und Zweck gehabt, aber nichts tieferliegendes. Seine ehemaligen Freundinnen hatten ihm die Langeweile genommen, aber nicht die Einsamkeit. Wahrscheinlich, weil sie ihn nie vollständig als Kai Parker akzeptiert hatten. Er hatte es nicht gemocht sie zu küssen, mit ihnen zu schlafen. Jo hatte Kai einmal als asexuell bezeichnet, als er ihr davon erzählt hatte, dass er danach angewidert von seinem Körper gewesen wäre und ihn hatte unbedingt waschen müssen. Hier war es anders. Elena umhüllte seine Sinne und legte sich wie Honig über sie, dass der Ekel verebbte und der Begierde nach ihr Vorlauf ließ. Kai löste sich nur widerwillig von ihr und robbte neben die Brünette, seinen Kopf auf ihrem Bauch ablegend, während er zu den letzten Sternen hochsah, die auch bald verblassen würden. Seine Lider wurden schwer, die Events des ereignisreichen Tages alle auf einmal plötzlich Müdigkeit hervorrufend. Aber er hielt sich mit aller Willenskraft wach, um nichts zu verpassen. “Wann musst du nach Hause”, erkundigte er sich schließlich grummelnd. Klar, wollte er nicht, dass das hier endete. Andererseits war sie sicher müde und musste schlafen, sich um ihren Kram Zuhause kümmern und ein Praktikum absolvieren, von dem er sie gestern höchstpersönlich abgehalten hatte.

@Elena Gilbert

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#14

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 17.05.2016 20:36
von Elena Gilbert | 3.043 Beiträge

Seine Worte erklingend, verblasste die Stille und Elena widmetete ihre Aufmerksamkeit wieder dem attraktiven Schönling, welcher doch irgendwo versuchte, seine Angst zu verbergen, sie nicht zugeben zu wollen, weil er denkt, er könne durch solch eine Emotion schwach wirken, doch Emotionen waren keine Schwäche, im Gegenteil, sie erwiesen mehr Stärke, als ein eiskaltes Herz, welches niemanden an sich heran ließ oder gar ein kalter Blick, welcher immer wieder Leere aufwies. Einfühlsam blickend in die kalten blauen Augen, ergriff Elena nochmals das Wort. "Es mag schwach klingen, doch ist es ein Gefühl, eine Emotion und nur wer Emotionen und Gefühle zulässt, weist wahre Stärke auf, daher schäme dich nicht für deine Empfindungen, sondern gebe zu, was durch deinen Körper geht und rede mit mir. Denn du kannst mir alles anvertrauen, ich werde dich niemals auslachen oder gar an die zweifeln, solange du ehrlich zu mir bist." legte die junge Frau offen und hielt wieder inne, während ihr Blick in den Himmel fiel, wo sich langsam die Sonne am Mond vorbei schob und die Sterne verschwanden. Viel Zeit war vergangen und Elena konnte es kaum glauben, dass sie schon so lange mit dem jungen Mann unterwegs war, denn es kam ihr gerade mal wie ein paar Stunden vor, aber nicht wie so viele Stunden, welche sie beide miteinander verbracht hatten bisher und so lauschte sie währenddessen wieder dem Klang seiner Stimme, die langsam, aber sicher den Weg in ihre Ohren fand. Nebenher die Vögel zwitschern hörend, pickte sie seine Worte dabei heraus. "Ich weiß, was du meinst, aber dennoch werde ich versuchen dich zu verstehen so gut es geht und einen Weg zu finden, damit auch du dich besser verstehen kannst und du wirst sehen, wenn wir beide zueiander stehen und du die Hilfe von mir annimmst, werden wir den Weg finden, um dich entziffern zu können, auch wenn der Weg noch so steinig und noch so schwer werden wird, ich werde an deiner Seite stehen und dir mit all meiner Kraft und meiner Erfahrung so gut es geht zu helfen. Dich unterstützen, soweit es in meiner Macht steht." versicherte die Dunkelhaarige, ehe ihre Lippen von einem leichten Lächeln umspielt wurden und ihr Blick noch immer auf dem seinen verweile. "Ich werde an deinem Wort festhalten und hoffe sehr, dass du dies tun wirst!" gab Elena noch von sich, ehe sie merkte, wie Kai zu stocken schien, ein wenig verwundert, blickte sie oben drein, doch dann fand er seine Stimme wieder Elena schenkte ihm ein zauberhaftes Lächeln, während sie seine Worte wahrnahm. Auch kaum seine Worte deutend, ließ sich Lena erst einmal die Wirkung dieser durch die Ohren führen. "Ach ist das so? Von welchem Weg lässt du dich denn nicht abbringen? Was hast du dir als Ziel gesetzt?" erkundigte sich nun die brünette Schönheit, welche die Nähe ihm gegenüber immer mehr genoss. Ihr Blick noch immer auf Kai liegend, spürte Elena nun allmählich die Sonne durch die Wolken brechen und auf ihr Gesicht fallen, sodass die restlichen Sterne von dannen zogen und die Sonne begann die Nase zu kitzeln. Lächelnd weiterhin zu dem Jüngling schauend, sah sie, wie er sich zu ihr robbte und seinen Kopf auf ihrem Schoss niedersinken ließ. Ihre Hand über sein Gesicht streichelnd, schenkte sie ihm abermals ein verführerisches und zugleich vernarrendes Lächeln. °Sein Anklitz ist so unschuldig und doch trägt er solch eine Last mit sich rum.° ging es derweil durch ihre Gedanken, als ihr Blick wieder auf ihn fiel und sie sich förmlich in seine Augen verlor. Wie oft dies in den vergangenen Stunden bereits geschehen war, konnte die Brünette nicht einmal sagen, weshalb sie es einfach genoss. Doch während sie verträumt in seine blauen Augen schaute, erklang wieder seine Stimme. Den Moment zerstörend, entlockte er Elena einen Seufzer. "Um ehrlich zu sein, möchte ich noch gar nicht nach Hause und doch muss ich, schließlich muss ich in ein paar Stunden wieder aufstehen." fügte sie mit leicht geknickter Stimme an und wieder entkam ihren Lippen ein Seufzer, während sie weiterhin sein Gesicht streichelte und wieder ein liebliches Lächeln ihre Lippen umhüllte. °Wenn die Nacht doch bloß länger wäre.° durchzog es derweil weiterhin ihre Gedanken und noch immer haftete ihr Blick an seinen wunderschönen blauen Augen, in der sie einfach nur versinken wollte. Denn sie mochte diesen Dunkelhaarigen, sehr sogar, mehr als ihr eigentlich lieb war und mehr, als sie eigentlich empfinden sollte. Doch dieser Moment war einfach traumhaft schön, weshalb Elena leise vor sich hin sprach. "Wieso empfinde ich ausgerechnet für Kai solche tiefgründigen und ehrlichen Gefühle, dass ich mich einfach nicht von ihm trennen mag?" unwissend, dass sie dies gerade offen vor sich hin geflüstert hatte - denn eigentlich sollten diese Worte einfach nur ihre Gedankengänge füllen - aber ihr Mund war schneller als ihre Reaktion, weshalb sie dies gerade wirklich gesagt hatte. Abwartend, was Kai als nächsten sagen oder machen würde, sah sie ihn weiterhin faszinierend und sichtlich von ihm gefesselt an.

@Kai Parker

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#15

RE: Dach der verlassenen Hütte

in Einzelene Themen 18.05.2016 14:17
von Gelöschtes Mitglied
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Chapter 16


Sie gehen zu lassen schien gerade ein Ding der Unmöglichkeit. Sie hatte etwas an sich, etwas, was Sinne und Psyche um den Verstand brachte. Diese Geborgenheit hatte er schon lange nicht mehr erleben dürfen. Und seine Kaltblütigkeit ließ nicht zu, ihre Gluthitze in seinem System erlöschen zu lassen. Elena war ein Rauschgift, durchdrang seine Nervenstränge und sammelte sich in seinem Bauch, ein hitziges Flattern in seiner Magengegend verursachend, nur weil sie hier bei ihm war. Sie stand in stetigem Kontrast zu den Dingen, die für ihn früher Zuneigung definiert hatten. Als er noch klein gewesen war, hatte sein Vater ihm oft gesagt, dass er ihn liebte. Damals hatte er noch nicht gewusst, wer Kai war und zu welchen Gräueln er befähigt werden würde. Irgendwann hatte er aufgehört seinem Sohn seine Zuneigung offen zu zeigen, aber der Siphoner war noch immer überzeugt gewesen, dass all die Schläge, Wutausbrüche und Essensverweigerungen, auch die psychische Folter zu seinem Besten waren, dass sein Vater versuchte ihm zu helfen, selbst wenn eine Kreatur wie er - die Ausgeburt der Hölle - seine Hilfe nicht wert gewesen war. Kai hatte sein Selbstvertrauen gestärkt, sobald er begonnen hatte zu verstehen wie die Räder der Welt sich drehten. Er hatte in Gott eine Stütze gefunden, wie viele Menschen, die zu schwach waren, um den Weg des Lebens ohne einen Gott als Führung zu beschreiten. Kai hatte die Sonntage in der Kirche zu schätzen gelernt - es waren die ruhigsten und angenehmsten Tage der Woche. Und ein Gedanke, heftiger und stärker als jeglicher Andere, quoll in seiner Brust auf. Dass Gott über niemandem, sondern neben jedem Menschen stand. Er war in jeder Person vorhanden, in denjenigen, die sich für gut erklärt hatten und in denjenigen, die ein dunkles Schicksal erwartete. Denn am sechsten Tag schuf Gott den Menschen nach seinem eigenen Abbild. Kein Mensch war gottergeben, sondern jeder Mensch sein eigener Herr. Und somit hatte jeder ein Stück Gottes in seiner Seele, ob von der Welt als gut oder böse eingestuft. Sie waren alle eine große zusammengewürfelte Masse. Und diejenigen, die ähnliche Ansichten hatten und sich gegen den Rest zusammenschlossen, hatten meist größere Macht, als diejenigen Außenseiter, die ihr Leben lang versuchten, sich nach innen zu kämpfen. “Elena. Ich bin ein Lügner. Schadhafter Zwilling. Schwarzes Schaf der Familie Parker. Ich musste lügen, um zu überleben. Aber bei dir...geht es nich ums Leben oder ums Sterben. Ich brauch nich zu lügen, weil ich weiß, dass du verständnisvoll bist. Deshalb ist es nich mal schwer für mich, ehrlich zu sein, wenn du mir zuhörst” Er presste seinen Schopf weiter in ihren Schoß, sein schlaffer Körper ihren ruhigen Atemrhythmus in sich aufnehmend. Sein gekniffener Blick flog zu Elena, schmerzverzerrt und hoffnungslos verloren. Seine Nasenlöcher blähten sich vor steigender Hitze auf. Er hatte doch selbst keine Ahnung, nicht einen einzigen Schimmer von dem, was dieses einzige Stück Zuhause für eine Bedeutung für den Siphoner hatte. Der einzige Rückzugsort, wärmende Sicherheit. Ein weiches Versteck vor der grausigen Realität. “Gefühle sind eigentlich kein Neuland für mich. Manchmal bin ich überwältigt von Hass, Rachsucht, Wut. Aber wenn man ständig Witze macht, alles auf die leichte Schulter nimmt, ist es leichter, die Negativität zu kompensieren. Mit dir ist es anders. Ich spür keine Gehässigkeit. Du bist da und der Choleriker in mir verschwindet” Er schaute in ihre rehbraunen Augen. Sie glänzten unter den rötlichen Sonnenstrahlen. Der Volksmund sagte immer, braune Augen seien gefährlich. Ihre saugten ihn auf und spielten Melodien auf seinen Neuronen, als wären sie ein Instrument. Sie hatten unglaubliche Macht über seine Ansichten. Für sie schob er seine bevorstehende Vendetta sogar in die hinterste Ecke seines Kopfes, nur um länger bei Elena zu sein. Aber in der Liebe seien ihre Augen ehrlich. Nicht, dass sie ihn liebte. Um Gottes Willen, sie kannten sich seit einem Tag und er wusste nicht einmal, was Liebe überhaupt war. Aber irgendwann vielleicht, vielleicht schon morgen oder übermorgen, in zwei Wochen, einem Monat... - seine flache Hand schlug gedanklich gegen seinen idiotischen Dickschädel. Hör auf, dir Hoffnungen in einem Milieu zu machen, das nicht für dich bestimmt ist, flüsterte seine Logik still zu sich selbst und versuchte vergebens die Wärme abzuschütteln, die seine Lippen abermals sehnsüchtig prickeln ließ. “Ich will dich für mich gewinnen”, grinste er schief, als wäre es offensichtlich. Wenn sie eh bald gehen musste, gab es keinen Grund seine Intentionen zu verbergen. Er hatte nichts zu verlieren, also konnte er auch mit der Tür ins Haus preschen und seinem Spitznamen ‘das Trampeltier’ gerecht werden. Er glaubte nicht, dass Elena die nächste Aussage hatte laut aussprechen wollen. Aber an ihren Gedanken teilzuhaben - vor allem an solchen, die ihm heiße Schauer über den Rücken jagten und seine Fingerspitzen kribbeln ließen, daran konnte er sich auf jeden Fall gewöhnen. “Ausgerechnet?”, lachte er, gespielt empört. “Miss Gilbert, ich möchte doch meinen, dass ich die beste Wahl für eine saftige Lovestory bin!” Die Aussage ließ ihn abermals kurz stocken, aber er ließ es sich nicht anmerken. Kai kuschelte sich enger an sie und seufzte behaglich. “Hat nich nur dich getroffen. Bin dir auch hoffnungslos ausgeliefert” Und er vergaß nicht das Sahnehäubchen, das ihre Wangen immer so rosig werden ließ. “Mein Engel”

@Elena Gilbert

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